Bundesweiter Vergleich der kommunalen Verschuldung 2016 — Gemeinschaftsveröffentlichung „Integrierte Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände“ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder erschienen

Die Verschuldungssituation der Kommunen in Deutschland ist in den vergangenen Jahren vermehrt in den Fokus der öffentlichen Diskussion gerückt. Ausdruck dessen ist in Hessen aktuell auch die Initiative, die Schuldenlast der Gemeinden mit Hilfe der „Hessenkasse“ zu verringern. Daraus ergibt sich ein erhöhter Bedarf an statistischen Auswertungen. Diese sollen z. B. einen objektiven Vergleich der Schuldenstände von Kommunen über die Grenzen der Bundesländer hinaus erlauben. Mit der Gemeinschaftsveröffentlichung „Integrierte Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände“ legen die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder zum 2. Mal eine solche Auswertung der Schuldenstatistik nach bundesweit einheitlicher Methodik vor.

In zahlreichen Gemeinden und Gemeindeverbänden wurden in den vergangenen Jahren Aufgaben der kommunalen Verwaltung in Ausgliederungen und Beteiligungen ausgelagert (beispielsweise kommunale Energieversorgung, Baumanagement). Um diese Entwicklung statistisch abbilden zu können, werden in der vorliegenden Gemeinschaftsveröffentlichung anteilig, d. h. nach der jeweiligen kommunalen Beteiligungsstruktur, auch die Verbindlichkeiten außerhalb der Kernhaushalte zugerechnet (integrierte Schulden). Damit sind nun die Schuldenstände aller deutschen Gemeinden und Gemeindeverbände unabhängig vom unterschiedlichen Ausgliederungsgrad vergleichbar.

Für die hessischen Kommunen lässt sich zum Stichtag 31.12.2016 eine Verschuldung von insgesamt 33,1 Milliarden Euro feststellen. Den höchsten Schuldenstand unter den deutschen Flächenländern verzeichneten die Kreise und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen (82,1 Milliarden Euro). Mit deutlich geringerer Verschuldung kämpften die ostdeutschen sowie die kleinen Länder, unter denen die mecklenburg-vorpommerischen Kommunen insgesamt die geringsten Verbindlichkeiten auswiesen (6,1 Milliarden Euro).

Von den integrierten Schulden der hessischen Landkreise, Gemeinden und des Landeswohlfahrtsverbandes (LWV) wurden im Durchschnitt 51,0 Prozent (16,9 Milliarden Euro) in den Kernhaushalten verbucht. Folglich war knapp die Hälfte in Ausgliederungen und Beteiligungen zu finden (16,2 Milliarden Euro). Die Heterogenität unter den Kommunen war dabei allerdings sehr groß: Gemeinden, die keinerlei Verbindlichkeiten in Auslagerungen und Beteiligungen zu verzeichnen hatten, standen Gemeinden mit über 90 Prozent Schuldenanteil außerhalb des Kernhaushalts gegenüber.

In der Gemeinschaftsveröffentlichung wird auch die Pro-Kopf-Verschuldung der deutschen Kommunen berechnet. Die hessischen Landkreise, Gemeinden und der LWV zusammen wiesen mit durchschnittlich 5353 Euro je Einwohner den zweithöchsten Wert der Flächenländer auf. Höher fiel die relative Verschuldung im Saarland aus (6894 Euro pro Kopf). Klassenprimus waren hier die bayerischen Kommunen, die im Mittel einen Schuldenstand von 2295 Euro je Einwohner verzeichneten.

Diese und weitere interessante Ergebnisse finden sich in der Gemeinschaftsveröffentlichung „Integrierte Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände“, die im Statistik-Portal der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder unter https://www.statistik-bw.de/Statistik-Portal/publ.asp kostenlos abrufbar ist.

Integrierte kommunale Schulden der Kreisgebiete und kreisfreien Städte in Deutschland am 31.12.2016 pro Kopf in EUR

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