Inflationsrate in Hessen steigt im November auf 2,0 Prozent

Im November 2017 lag das Niveau der Verbraucherpreise in Hessen um 2,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, hatte die Inflationsrate im Oktober bei 1,6 Prozent und im September bei 2,1 Prozent gelegen. Kennzeichnend für die Preisentwicklung im November 2017 waren neben höheren Mietpreisen die im Jahresvergleich gestiegenen Preise für Heizöl und Kraftstoffe. Zudem wurde die Inflationsrate im November durch den deutlichen Anstieg der Preise für Nahrungsmittel beeinflusst.

Im Vergleich zum Oktober 2017 stieg das Niveau der Verbraucherpreise im November um 0,4 Prozent. Die Preisentwicklung gegenüber Oktober wurde in Hessen einerseits vor allem durch gestiegene Preise für Mineralölprodukte bestimmt. Andererseits wirkten insbesondere Preissenkungen binnen Monatsfrist für Bekleidungsartikel (minus 1,0 Prozent) und Gemüse dämpfend auf die Teuerung.

Preise für Energie

Im Vergleich zum Oktober stiegen die Preise für Energie im November 2017 um 1,2 Prozent. Teurer gegenüber dem Vormonat wurden insbesondere Heizöl (plus 6,1 Prozent) und Kraftstoffe (plus 2,3 Prozent). Darunter verteuerte sich Benzin um 2,5 Prozent, Autogas um 1,8 Prozent und Diesel um 1,5 Prozent. Auch für Gas mussten 0,1 Prozent höhere Preise gezahlt werden. Die Preise für Strom und für die Umlage für den Betrieb einer Zentralheizung blieben gegenüber dem Vormonat im Durchschnitt jeweils unverändert.

Gegenüber November 2016 stiegen die Preise für Energieprodukte im November 2017 um 4,4 Prozent. Heizöl wurde gegenüber dem Vorjahr um 15,5 Prozent teurer. Für Kraftstoffe mussten um 6,3 Prozent höhere Preise gezahlt werden. Dabei mussten Verbraucherinnen und Verbraucher für Autogas (plus 10,1 Prozent), Diesel (plus 6,9 Prozent) und Benzin (plus 5,9 Prozent) deutlich mehr bezahlen als noch vor einem Jahr. Auch für Strom (plus 3,5 Prozent), die  Umlage für den Betrieb einer Zentralheizung (plus 1,3 Prozent) und Gas (plus 0,3 Prozent) mussten Verbraucherinnen und Verbraucher tiefer in die Tasche greifen.

Ohne Berücksichtigung der gesamten Energie hätte die Inflationsrate im November 2017 in Hessen bei 1,6 Prozent gelegen, ohne Berücksichtigung der Mineralölprodukte (Heizöl und Kraftstoffe) bei 1,7 Prozent.

Preise für Nahrungsmittel

Im November lag das Niveau der Nahrungsmittelpreise um 0,6 Prozent über dem Niveau von Oktober 2017. Für Molkereiprodukte und Eier (plus 3,7 Prozent) sowie für Fleisch und Fleischwaren (plus 1,0 Prozent) mussten Verbraucherinnen und Verbraucher im November mehr bezahlen. Auch die Preise für Fisch und Fischwaren (plus 0,7 Prozent) sowie Brot und Getreideerzeugnisse (plus 0,5 Prozent) stiegen. Günstiger gegenüber Oktober waren Speisefette und -öle (minus 5,8 Prozent, darunter Butter: minus 7,9 Prozent), Gemüse (minus 1,5 Prozent) und Obst (minus 0,1 Prozent).

Gegenüber November 2016 stiegen die Preise für Nahrungsmittel im November 2017 um 3,4 Prozent. Teurer als ein Jahr zuvor waren vor allem Speisefette und -öle (plus 17,5 Prozent, darunter Butter: 34,4 Prozent). Auch für Molkereiprodukte und Eier mussten 9,8 Prozent höhere Preise gezahlt werden, darunter für Sahne (plus 33,6 Prozent), H-Milch (plus 13,8 Prozent) und Quark (plus 9,7 Prozent); Eier wurden 0,9 Prozent teurer. Auch für Obst (plus 6,1 Prozent), Fisch und Fischwaren (plus 6,0 Prozent), Fleisch und Fleischwaren (plus 3,1 Prozent) sowie Brot und Getreideerzeugnisse (plus 1,1 Prozent) wurden höhere Preise verlangt. Für Gemüse mussten 3,6 Prozent geringere Preise gezahlt werden als vor einem Jahr.

Preise für langlebige Gebrauchsgüter

Die Preise für langlebige Gebrauchsgüter erhöhten sich im November gegenüber Oktober 2017 um 0,1 Prozent und gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,4 Prozent. Bei den langlebigen Gebrauchsgütern handelt es sich um eine heterogene, weite Produktgruppe mit einem Anteil von 8 Prozent am Warenkorb privater Haushalte.

Günstiger gegenüber dem Vorjahresmonat wurden in dieser Gütergruppe unter anderem verschiedene Haushaltsgroßgeräte (minus 1,5 Prozent), wie beispielsweise Kühl- und Gefrierkombinationen (minus 3,9 Prozent) und Waschmaschinen (minus 0,5 Prozent). Während die Preise für Mobiltelefone im Durchschnitt unverändert blieben, zahlten Verbraucherinnen und Verbraucher für Festnetztelefone (minus 3,7 Prozent) und für Geräte der Unterhaltungselektronik (minus 2,4 Prozent) geringere Preise, darunter für Fernsehgeräte (minus 7,7 Prozent), SAT-Anlagen (minus 5,8 Prozent) Digitalkameras (minus 4,1 Prozent), Heimkino- (minus 3,8 Prozent) und Hi-Fi-Anlagen (minus 3,3 Prozent). Teurer wurden in dieser Kategorie beispielsweise MP3-Player (plus 7,1 Prozent). Ebenso mussten gegenüber dem Vorjahr höhere Preise für Kraftwagen (plus 1,4 Prozent) bezahlt werden.

Preise für Dienstleistungen

Das Niveau der Preise für Dienstleistungen (ohne Wohnungsmieten) lag im November 2017 um 0,4 Prozent über dem Niveau des Vormonats und um 1,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Insbesondere verteuerten sich im Vergleich zum November 2016 Pauschalreisen (plus 4,9 Prozent), Speisen und Getränke, die von Gaststätten und anderen Verpflegungsdienstleistern angeboten wurden (plus 2,9 Prozent) sowie die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (plus 2,0 Prozent). Preisrückgänge gab es binnen Jahresfrist bei Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (minus 5,2 Prozent) sowie bei Versicherungs- (minus 0,8 Prozent) und Telekommunikationsdienstleistungen (minus 0,6 Prozent).

Die Wohnungsmieten (Nettokaltmieten) lagen im November um 1,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Vergleich zum Oktober 2017 mussten Mieterinnen und Mieter 0,2 Prozent mehr bezahlen.

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