Hessen: Satte Gewerbesteuereinnahmen in den ersten 3 Quartalen — Gewerbesteuer in Hessen 2017 weiter auf hohem Niveau

Mit 3,7 Milliarden Euro Gewerbesteuereinnahmen in den ersten 3 Quartalen des Jahres 2017 konnten die hessischen Gemeinden das Niveau des Vorjahres in etwa halten. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, zog das 3. Quartal leicht an, sodass nach etwas schwächeren Werten in den ersten beiden Quartalen insgesamt nur ein leichter Rückgang um 56 Millionen Euro (minus 1,5 Prozent) verbucht werden musste. Dieser Betrag ist angesichts der großen räumlichen und zeitlichen Fluktuationen der Gewerbesteuer ohne Belang. Ohne die Berücksichtigung der steuerdominanten Stadt Frankfurt stiegen die Gewebesteuereinnahmen um 1,7 Prozent.

Lokal betrachtet ergibt sich ein differenziertes Bild. Absolut gesehen führt Frankfurt die "Verliererriege" mit einem Rückgang von fast 98 Millionen Euro an (minus 7,0 Prozent), bleibt aber mit Gewerbesteuereinnahmen von 1,3 Milliarden Euro trotzdem mit weitem Abstand an der Spitze. Auf Platz 2 folgt die Stadt Darmstadt mit einem Minus von 73 Millionen Euro, was prozentual einem Rückgang von 46,9 Prozent entspricht. Hier spielt jedoch massiv eine Rückzahlung überzahlter Gewerbesteuer aus dem zweiten Quartal 2017 hinein. Darmstadt kam in den ersten 3 Quartalen 2017 auf Gewerbesteuereinnahmen von 83 Millionen Euro. Rang 3 und 4 auf der Negativliste belegen Marburg mit einer Abnahme um 27 Millionen Euro (minus 33,9 Prozent ) auf 52 Millionen Euro und Offenbach am Main mit einem Minus von 22 Millionen Euro (minus 34,1 Prozent) auf 42 Millionen Euro. Eine besondere Härte musste Philippsthal im Landkreis Hersfeld-Rotenburg hinnehmen: Aufgrund einer rückwirkend geänderten Gewerbesteuerzerlegung steht den Gewerbesteuereinnahmen von 4,6 Millionen Euro im 1. Dreivierteljahr 2016 ein Minusbetrag von 11,8 Millionen Euro entgegen (minus 16,4 Millionen Euro bzw. minus 353,8 Prozent).

Aber es gab auch Gewinner:

Ganz vorne rangiert diesmal — absolut gesehen — Oberursel mit einem Plus von 28 Millionen Euro gegenüber den ersten 3 Quartalen 2016 auf 30 Millionen Euro (plus 1120,4 Prozent). Doch der Schein trügt: Der exorbitante Zuwachs hängt mit einem außergewöhnlichen Rückgang im letzten Jahr zusammen. Der Zweite in der Reihe ist die Stadt Limburg an der Lahn, die 13 Millionen Euro hinzugewinnen konnte und nun Gewerbesteuereinnahmen von mehr als 32 Millionen Euro (plus 67,4 Prozent) aufweisen kann. Damit liegt sie in der absoluten Veränderung gegenüber 2016 dicht vor der Landeshauptstadt Wiesbaden, die es ebenfalls auf einen Zuwachs von fast 13 Millionen Euro schaffte und insgesamt bei 244 Millionen Euro (plus 5,4 Prozent) in den ersten 3 Quartalen liegt. Kassel folgt in diesem Ranking mit einem Plus von 6 Millionen Euro bzw. 4,9 Prozent auf insgesamt 133 Millionen Euro auf Platz 10.

Hessenweit konnten 293 Gemeinden in den ersten 3 Quartalen des Jahres 2017 ihre Gewerbesteuereinnahmen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um insgesamt 317 Millionen Euro steigern. Die restlichen 133 Gemeinden mussten Einbußen von 373 Millionen Euro hinnehmen. Bereits die wenigen aufgeführten Einzelergebnisse zeigen jedoch, wie volatil die Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinden sowohl zeitlich als auch räumlich sind. Allenfalls in der Summe lässt sich ein Trend ablesen.

Die Zeitreihen "Einzahlungen aus der Gewerbesteuer (brutto) der hessischen Gemeinden" mit Landessummen, Kreissummen bzw. Gemeindesummen finden Sie unter https://statistik.hessen.de/zahlen-fakten/finanzen-personal-steuern/finanzen/tabellen.

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