Zahl der Eingliederungshilfen für seelisch behinderte junge Menschen steigt 2016

Im Jahr 2016 wurden in Hessen 7800 Eingliederungshilfen für seelisch behinderte junge Menschen geleistet, 8,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, dauerten Ende 2016 noch 5700 Hilfen an, 2080 Hilfen wurden im Jahr 2016 beendet und 2350 Hilfen wurden 2016 begonnen.

72 Prozent der Hilfen erfolgten ambulant oder teilstationär, 27 Prozent wurden in einer Einrichtung über Tag und Nacht geleistet und etwa 1 Prozent bei einer Pflegeperson.

In 50 Prozent der Fälle lebten die jungen Menschen bei Beginn der Hilfe bei Alleinerziehenden oder in „Patchworkfamilien“ und in 45 Prozent der Fälle lebten die Eltern zusammen. In 1 Prozent der Fälle waren die Eltern verstorben und in 4 Prozent war die Situation unbekannt.

Knapp bei einem Drittel war die Familie/ bzw. der junge Mensch auf Transferleistungen angewiesen.

Die Hälfte der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen war bei Beginn der Hilfe zwischen 6 bis unter 12 Jahre alt, 34 Prozent zwischen 12 bis unter 18. 15 Prozent waren volljährig und etwa 1 Prozent war unter 6 Jahre alt. 7 von 10 der Hilfen wurden an männliche junge Menschen gewährt.

Häufigste Gründe bei Beginn der Hilfegewährung waren mit 53 Prozent Entwicklungsauffälligkeiten/seelische Probleme des jungen Menschen. Knapp 52 Prozent waren Fälle mit schulischen/beruflichen Problemen und 35 Prozent die Fälle mit Auffälligkeiten im sozialen Verhalten. Bei der Beantwortung der Frage nach den vorwiegenden Gründen bei Beratungsbeginn waren Mehrfachnennungen (bis zu 3 Gründe) möglich.

Hinweis:

Eingliederungshilfen richten sich an junge Menschen im Alter von 0 bis 27 Jahren, die durch Psychosen, Neurosen, Sucht oder andere seelische Störung nicht ihrem Alter entsprechend am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Als Hilfen stehen ambulante und stationäre Betreuungsformen zur Verfügung. Insbesondere dafür vorgesehen sind heilpädagogische Einrichtungen. Ziel ist, den Patientinnen und Patienten möglichst viel Autonomie und soziale Kompetenz zu vermitteln.

Eingliederungshilfe erhalten Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, deren seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als 6 Monate von dem für ihr Lebensalter typischen Zustand abweicht und deren Teilnahme am gesellschaftlichen Leben aufgrund psychischer Belastungen und Besonderheiten beeinträchtigt ist. Psychische Beeinträchtigungen sind z. B. Depressionen, Schizophrenie, Entwicklungsstörungen, Suchtkrankheiten, Intelligenzstörung/ Intelligenzminderung, Verhaltens- und emotionale Störungen.

Auskünfte erteilt:
Ansprechpartner: Petra Gerisch
Telefon: 0611 3802-221
E-Mail: jugendhilfe@statistik.hessen.de