Verbraucherpreise in Hessen steigen im September – Inflationsrate bei 2,1 Prozent

Im September 2017 lag das Niveau der Verbraucherpreise in Hessen um 2,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, hatte die Inflationsrate im August bei 1,8 Prozent und im Juli bei 1,9 Prozent gelegen. Die Preissteigerung gegenüber September 2016 wurde wesentlich durch die im Jahresvergleich gestiegenen Preise für Mieten bestimmt. Zudem wurde die Inflationsrate im September 2017 durch den deutlichen Anstieg der Preise gegenüber dem Vorjahr für Molkereiprodukte und Eier sowie Mineralölprodukte beeinflusst.

Im Vergleich zum August 2017 stieg das Niveau der Verbraucherpreise im September um 0,3 Prozent. Preissteigerungen bei Bekleidungsartikeln (plus 6,4 Prozent) und Mineralölprodukten (plus 3,2 Prozent) standen Preissenkungen bei Pauschalreisen (minus 11,6 Prozent) gegenüber.

Preise für Energie

Im Vergleich zum August stiegen die Preise für Energie im September um 1,4 Prozent. Teurer gegenüber dem Vormonat wurden Heizöl (plus 5,3 Prozent), Diesel (plus 3,0 Prozent) und Benzin (plus 2,6 Prozent). Auch für Strom (plus 0,2 Prozent), die Umlage für den Betrieb einer Zentralheizung und Gas (je plus 0,1 Prozent) mussten höhere Preise gezahlt werden. Autogas (minus 0,5 Prozent) wurde gegenüber dem Vormonat günstiger.

Gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen die Preise für Energie im September um 3,5 Prozent. Insbesondere verteuerten sich binnen Jahresfrist Mineralölprodukte (plus 6,0 Prozent, davon Heizöl um 14,1 Prozent und Kraftstoffe um 4,2 Prozent). Dabei mussten Verbraucherinnen und Verbraucher für Autogas (plus 7,4 Prozent), Diesel (plus 4,7 Prozent) und Benzin (plus 3,8 Prozent) deutlich mehr bezahlen als noch vor einem Jahr. Auch andere Arten von Haushaltsenergie wurden binnen Jahresfrist teurer: Strom (plus 3,2 Prozent), Umlage für den Betrieb einer Zentralheizung (plus 0,6 Prozent) und Gas (plus 0,3 Prozent).

Ohne Berücksichtigung der gesamten Energie hätte die Inflationsrate im September 2017 in Hessen bei 1,8 Prozent gelegen, ohne Berücksichtigung der Mineralölprodukte (Heizöl und Kraftstoffe) bei 1,9 Prozent.

Preise für Nahrungsmittel

Im September lag das Niveau der Nahrungsmittelpreise um 0,3 Prozent über dem Niveau von August 2017. Für Speisefette und -öle (plus 3,2 Prozent, darunter Butter: plus 6,2 Prozent) und Obst (plus 1,5 Prozent) mussten Verbraucherinnen und Verbraucher im September tiefer in die Tasche greifen. Teurer wurden auch Fleisch und Fleischwaren (plus 0,5 Prozent), Molkereiprodukte und Eier (plus 0,3 Prozent) sowie Brot und Getreideerzeugnisse (plus 0,2 Prozent). Günstiger gegenüber dem Vormonat wurden Fisch und Fischwaren (minus 1,7 Prozent) sowie Gemüse (minus 0,9 Prozent).

Gegenüber September 2016 stiegen die Preise für Nahrungsmittel um 3,2 Prozent. Teurer als ein Jahr zuvor waren vor allem Speisefette und -öle (plus 28,7 Prozent, darunter Butter: plus 59,5 Prozent). Molkereiprodukte und Eier verteuerten sich um 13,2 Prozent, darunter stiegen die Preise für H-Milch (plus 30,9 Prozent), Sahne (plus 27,8 Prozent), Quark (plus 20,7 Prozent); Eier wurden 1,0 Prozent teurer. Auch für Fisch und Fischwaren (plus 4,7 Prozent), Obst (plus 4,0 Prozent), Fleisch und Fleischwaren (plus 1,5 Prozent) sowie Brot und Getreideerzeugnisse (plus 0,6 Prozent) musste mehr bezahlt werden. Gemüse wurde 5,4 Prozent günstiger.

Preise für langlebige Gebrauchsgüter

Die Preise für langlebige Gebrauchsgüter verringerten sich im September 2017 gegenüber August um 0,1 Prozent und stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,8 Prozent. Bei den langlebigen Gebrauchsgütern handelt es sich um eine heterogene, weite Produktgruppe mit einem Anteil von 8 Prozent am Warenkorb privater Haushalte. Wie schon in den vergangenen Monaten waren bei den einzelnen Produkten dieser Gruppe starke Unterschiede in den Preisentwicklungen zu erkennen.

Günstiger gegenüber dem Vorjahresmonat wurden unter anderem verschiedene elektrische und andere Haushaltsgroßgeräte (minus 2,8 Prozent), darunter Kühl- und Gefrierkombinationen (minus 6,9 Prozent), Waschmaschinen und Herde mit Backofen (je minus 3,2 Prozent). Auch verschiedene Geräte aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik wurden günstiger: So mussten Verbraucherinnen und Verbraucher beispielsweise für Hi-Fi-Anlagen (minus 10,3 Prozent), DVD-Rekorder (minus 7,8 Prozent), Heimkino- (minus 5,1 Prozent) und SAT-Anlagen (minus 3,8 Prozent), Digitalkameras (minus 3,1 Prozent) und Fernsehgeräte (minus 1,5 Prozent) weniger zahlen als im Jahr zuvor. Teurer wurden in dieser Kategorie beispielsweise MP3-Player (plus 4,2 Prozent). Während Festnetztelefone gegenüber dem Vorjahr 3,0 Prozent günstiger wurden, mussten für Mobiltelefone 1,2 Prozent höhere Preise gezahlt werden. Kraftwagen wurden 1,6 Prozent teurer.

Preise für Dienstleistungen

Das Niveau der Preise für Dienstleistungen (ohne Wohnungsmieten) lag im September 2017 um 0,8 Prozent unter dem Niveau des Vormonats und um 1,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Insbesondere verteuerten sich im Vergleich zum September 2016 Beherbergungsdienstleistungen (plus 3,6 Prozent), Speisen und Getränke, die von Gaststätten und anderen Verpflegungsdienstleistern angeboten wurden (plus 3,1 Prozent) sowie Pauschalreisen (plus 3,0 Prozent). Auch für Versicherungsdienstleistungen (plus 2,6 Prozent), die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (plus 2,1 Prozent) sowie Sport- und Erholungsdienstleistungen (plus 0,4 Prozent) musste mehr bezahlt werden. Preisrückgänge gab es binnen Jahresfrist bei Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (minus 4,6 Prozent) und Telekommunikationsdienstleistungen (minus 0,7 Prozent).

Die Wohnungsmieten (Nettokaltmieten), deren Anteil am Warenkorb privater Haushalte gut ein Fünftel beträgt, lagen im September um 2,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Vergleich zum August 2017 veränderten sich die Mieten durchschnittlich nicht.

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