Der hessische Einzelhandel im Profil: Vom wirtschaftlichen Schwerpunkt zur Produktvielfalt

Der Einzelhandel versorgt uns täglich mit einer Vielzahl von Konsumgütern. Ob an der Ladentheke oder im Onlineshop, die erzielten Umsätze fließen in die amtlichen Statistiken ein und werden nach dem wirtschaftlichen Schwerpunkt der Unternehmen ausgewiesen. Oft verkaufen die Händlerinnen und Händler jedoch nicht nur Waren ihres wirtschaftlichen Schwerpunkts, sondern auch eine ganze Reihe weiterer Artikel. Um diese Vielfalt des Angebots im hessischen Einzelhandel genauer zu analysieren, wurden für die Untersuchung „Der hessische Einzelhandel im Profil“ neue Produktkategorien gebildet. Der Umsatz wurde dabeisowohl in der wichtigsten Produktkategorie als auch außerhalb davon differenziert beschrieben.

Im Ergebnis lässt sich die Produktvielfalt des hessischen Einzelhandels quantifizieren: So wiesen die Einzelhandelsunternehmen im Bereich „Alkoholika und Tabak“ im Jahr 2015 die abwechslungsreichste Produktpalette auf. Durchschnittlich hatten etwa 2 von 3Unternehmen auch Waren aus mindestenseiner anderen Kategorie (also Nicht-Alkoholika oder Tabak) im Angebot. Vor allem Nahrungsmittel sowie Unterhaltungs- bzw. Sportartikel standen häufig zusätzlich in den Regalen. Ebenso ausgeprägt war die Produktvielfalt bei den Einzelhandelsunternehmen im Bereich „Nahrungsmittel“ sowie bei den Apotheken. In beiden Bereichen boten jeweils 3 von 5 Unternehmen auch Waren aus weiteren Kategorien an. Nahrungsmittel wurden mit einer ganzen Reihe von Produkten anderer Kategorien kombiniert,beispielsweise mitHeimwerker- und Haushaltsbedarf oder Alkoholika und Tabak.Die beliebteste Kombination im hessischen Einzelhandel war 2015 der Verkauf von Arzneimitteln und Produkten aus der Kategorie „Gesundheit und Hygiene“. In 60Prozent aller Apotheken wurden Waren aus diesen Produktkategorien zusammen angeboten.

Insgesamt verkaufte knapp jedes3 der hessischen Einzelhandelsunternehmen neben den Waren aus dem wirtschaftlichen Schwerpunkt nochWaren aus mindestenseiner weiteren Kategorie. Die geringste Produktvielfaltwies der Elektronikhandelauf. Nur jedes 7.Unternehmen mit Elektronikhandelvertrieb Artikel aus mindestenseiner anderen Kategorie.

Unter den Händlerinnen und Händlern, die ihre Waren auch online anboten, fiel die Produktvielfalt insgesamt etwas geringer aus. Etwa jedes4Unternehmen verkaufte im Jahr2015 Artikel aus mindestenseiner anderen Kategorie. Besonders zurückhaltend waren die Bereiche „Pflanzen“ und „Tiere“ (6 von 100 Unternehmen) sowie „Gesundheit und Hygiene“ (1 von 100 Unternehmen).Die Apotheken zeigten sich auch hier kombinationsfreudig. 19 von 20 Apotheken vertrieben, sofern im Online-Handel aktiv, Produkte aus mindestens einer weiteren Kategorie.

Diese und weitere interessante Ergebnisse zum Online-Handel und zur Produktvielfalt im hessischen Einzelhandel 2015 sind in der Analyse „Der hessische Einzelhandel im Profil“ enthalten, die in der Zeitschrift „Staat und Wirtschaft in Hessen“, Heft 3/2017 erscheint und kostenfrei von der Homepage des Hessischen Statistischen Landesamts heruntergeladen werden kann.

Auskünfte erteilt:
Ansprechpartner: Dr. Joachim Lutz
Telefon: 0611 3802-344
E-Mail: joachim.lutz@statistik.hessen.de