Inflationsrate in Hessen im Juli unverändert bei 1,9 Prozent

Im Juli 2017 lag das Niveau der Verbraucherpreise in Hessen um 1,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, hatte die Inflationsrate im Juni ebenfalls bei 1,9 Prozent und im Mai bei 1,7 Prozent gelegen. Die Preissteigerung gegenüber Juli 2016 wurde – wie in den letzten Monaten – wesentlich durch die gestiegenen Mietpreise bestimmt. Auch der deutliche Anstieg der Preise für Molkereiprodukte sowie für Pauschalreisen beeinflusste die Inflationsrate im Juli 2017.

Im Vergleich zum Juni 2017 stieg das Niveau der Verbraucherpreise im Juli um 0,4 Prozent. Preissteigerungen bei Pauschalreisen (plus 14,7 Prozent) standen Preissenkungen bei Bekleidungsartikeln (minus 4,6 Prozent), Kraftstoffen, Gemüse und Obst gegenüber.

Preise für Energie

Im Vergleich zum Juni fielen die Preise für Energie im Juli 2017 um 0,2 Prozent. Günstiger gegenüber dem Vormonat wurden Benzin (minus 1,4 Prozent), Autogas (minus 0,6 Prozent), Gas (minus 0,2 Prozent), Diesel (minus 0,1 Prozent) und die Umlage für den Betrieb einer Zentralheizung (minus 0,1 Prozent). Höhere Preise mussten für Heizöl (plus 1,3 Prozent) und Strom (plus 0,4 Prozent) gezahlt werden.

Gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen die Preise für Energie im Juli 2017 um 1,0 Prozent. Binnen Jahresfrist verteuerten sich Autogas (plus 7,6 Prozent), Heizöl (plus 6,3 Prozent), Strom (plus 2,2 Prozent), Benzin (plus 0,8 Prozent) und Diesel (plus 0,4 Prozent). Für Gas (minus 2,3 Prozent) und die Umlage für den Betrieb einer Zentralheizung (minus 0,3 Prozent) mussten Verbraucherinnen und Verbraucher weniger zahlen als im Jahr zuvor.

Ohne Berücksichtigung der gesamten Energie hätte die Inflationsrate im Juli 2017 in Hessen bei 1,9 Prozent gelegen, ohne Berücksichtigung der Mineralölprodukte (Heizöl und Kraftstoffe) ebenso bei 1,9 Prozent.

Preise für Nahrungsmittel

Im Juli blieb das Niveau der Nahrungsmittelpreise gegenüber Juni 2017 unverändert. Für Speisefette und -öle (plus 7,4 Prozent, darunter Butter: plus 11,4 Prozent), Fisch und Fischwaren (plus 1,0 Prozent), Molkereiprodukte und Eier (plus 0,9 Prozent), Fleisch und Fleischwaren (plus 0,7 Prozent) sowie Brot und Getreideerzeugnisse (plus 0,6 Prozent) mussten Verbraucherinnen und Verbraucher im Juli tiefer in die Tasche greifen. Obst (minus 3,1 Prozent) und Gemüse (minus 2,8 Prozent) wurden saisonbedingt günstiger.

Gegenüber Juli 2016 stiegen die Preise für Nahrungsmittel um 2,6 Prozent. Teurer als ein Jahr zuvor waren vor allem Speisefette und -öle (plus 25,5 Prozent, darunter Butter: 53,6 Prozent), Fisch und Fischwaren (plus 4,9 Prozent), Fleisch und Fleischwaren (plus 2,9 Prozent) sowie Brot und Getreideerzeugnisse (plus 0,6 Prozent). Molkereiprodukte und Eier verteuerten sich um 11,0 Prozent, darunter stiegen die Preise für H-Milch (plus 29,2 Prozent), Sahne (plus 28,3 Prozent) und Quark (plus 21,0 Prozent); Eier wurden 0,9 Prozent teurer. Geringere Preise mussten für Gemüse (minus 5,8 Prozent) und Obst (minus 0,9 Prozent) gezahlt werden.

Preise für langlebige Gebrauchsgüter

Die Preise für langlebige Gebrauchsgüter verringerten sich gegenüber Juni 2017 um 0,1 Prozent und stiegen gegenüber Juli 2016 um 1,2 Prozent. Bei den langlebigen Gebrauchsgütern handelt es sich um eine heterogene, weite Produktgruppe mit einem Anteil von 8 Prozent am Warenkorb privater Haushalte. Günstiger gegenüber dem Vorjahresmonat wurden in dieser Gütergruppe unter anderem verschiedene elektrische und andere Haushaltsgroßgeräte (minus 3,6 Prozent), darunter Waschmaschinen (minus 4,5 Prozent) und Kühl- und Gefrierkombinationen (minus 2,6 Prozent). Weniger mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher auch für Festnetztelefone (minus 1,4 Prozent) und Geräte der Unterhaltungselektronik zahlen, darunter DVD-Rekorder (minus 10,9 Prozent), Hi-Fi- (minus 8,6 Prozent), SAT- (minus 6,9 Prozent) und Heimkino-Anlagen (minus 3,6 Prozent). Während Fernsehgeräte genauso teuer waren wie im Juli 2016, wurden in dieser Kategorie beispielsweise MP3-Player (plus 8,1 Prozent) und Digitalkameras (plus 2,6 Prozent) teurer. Ebenso mussten gegenüber dem Vorjahr höhere Preise für Kraftwagen (plus 1,6 Prozent) und Mobiltelefone (plus 0,3 Prozent) bezahlt werden.

Preise für Dienstleistungen

Das Niveau der Preise für Dienstleistungen (ohne Wohnungsmieten) lag im Juli 2017 um 1,5 Prozent über dem Niveau des Vormonats und um 1,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Insbesondere verteuerten sich im Vergleich zum Juli 2016 Pauschalreisen (plus 4,3 Prozent), Speisen und Getränke, die von Gaststätten und anderen Verpflegungsdienstleistern angeboten wurden (plus 2,7 Prozent), Versicherungsdienstleistungen (plus 2,6 Prozent), die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (plus 2,5 Prozent) sowie Sport- und Erholungsdienstleistungen (plus 1,6 Prozent). Preisrückgänge gab es binnen Jahresfrist bei Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (minus 4,6 Prozent) und Telekommunikationsdienstleistungen (minus 0,9 Prozent).

Die Wohnungsmieten (Nettokaltmieten) lagen im Juli um 2,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Vergleich zum Juni 2017 mussten Mieterinnen und Mieter 0,1 Prozent mehr bezahlen.

PM

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