Die hessische Wirtschaft wächst 2016 um 1,5 Prozent

Das hessische Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Summe aller hier produzierten Waren und Dienstleistungen, wuchs 2016 um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies geht aus ersten, noch vorläufigen Berechnungen hervor, die der Arbeitskreis "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder" heute vorlegte. Wie das Hessische Statistische Landesamt weiter mitteilt, fiel der Zuwachs hierzulande geringer aus als im Bund (1,9 Prozent). Nominal, d. h. ohne Ausschaltung der Preisentwicklungen, wuchs das BIP um 2,8 Prozent (Deutschland: plus 3,3 Prozent) auf gut 269 Milliarden Euro. Das entsprach einem Anteil von 8,6 Prozent am deutschen BIP.

Entwicklung nach Wirtschaftsbereichen

Die folgenden Aussagen beziehen sich auf die preisbereinigte Wertschöpfung. Den größten Beitrag zum hessischen Wirtschaftswachstum leisteten die Dienstleistungsbereiche, die sich mit einem Plus von 1,7 Prozent deutlich besser entwickelten als das Produzierende Gewerbe (plus 0,9 Prozent).

Im Ländermittel legten die Dienstleistungsbereiche mit 1,9 Prozent nur wenig mehr zu als in Hessen. Anders sah es im Produzierenden Gewerbe aus, das in Deutschland ein Plus von 1,8 Prozent verbuchte. Hier ist auch die wesentliche Ursache für das im Vergleich mit dem Bund geringere Wirtschaftswachstum zu finden. Besonders deutlich war der Unterschied im Verarbeitenden Gewerbe. In diesem Bereich musste Hessen sogar einen Rückgang von 0,5 Prozent hinnehmen. Hier schlugen zum Teil auch Sonderentwicklungen zu Buche, die einzelne Betriebe betrafen. In Deutschland wuchs die Wertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe um 1,9 Prozent. Im Baugewerbe konnte Hessen eine überdurchschnittliche Entwicklung verzeichnen (plus 8,1 Prozent, Deutschland: plus 2,8 Prozent). Die Branche konnte nach einem Rückgang in 2015 an die guten Ergebnisse des Jahres 2014 anknüpfen. Der Bereich ist jedoch nicht gewichtig genug, um den Rückstand aus dem Verarbeitenden Gewerbe zu kompensieren.

Die einzelnen Dienstleistungsbereiche entwickelten sich unterschiedlich. Der Bereich "Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation" wuchs in Hessen überdurchschnittlich (plus 2,9 Prozent, Deutschland: 2,5 Prozent). Einen wichtigen Beitrag dazu leistete der Kfz-Handel. Dem stand ein unterdurchschnittliches Wachstum im Bereich "Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit" gegenüber (0,5 Prozent, Deutschland: 1,6 Prozent). In der Summe lagen die hessischen Dienstleistungsbereiche knapp unter dem Bundesdurchschnitt (Hessen: 1,7 Prozent, Deutschland: 1,9 Prozent).

Methodische Hinweise

Die Berechnungen beruhen zu diesem Zeitpunkt auf einer unvollständigen Datenbasis. Bei den turnusmäßigen Überarbeitungen der Ergebnisse wird diese Datenbasis sukzessive ausgeweitet. Wie immer zu diesem Zeitpunkt wurden auch die Ergebnisse der vier Vorjahre (2012 bis 2015) überarbeitet. Die bisher veröffentlichten Ergebnisse für diese Jahre verlieren mit dieser Veröffentlichung ihre Gültigkeit.

Aktualisierte Daten werden gemeinsam mit den ersten Ergebnissen für das Jahr 2017 Ende März 2018 veröffentlicht. Ergebnisse zum ersten Halbjahr 2017 erscheinen Ende September 2017. Informationen zu Terminen und Hintergründen sind unter www.vgrdl.de zu finden.

Grafik Bruttoinlandsprodukt preisbereinigt Hessen Deutschland
Grafik Bruttowertschöpfung preisbereinigt 2016
Auskünfte erteilt:
Ansprechpartner: Sanyel Arikan
Telefon: 0611 3802-825
E-Mail: vgr@statistik.hessen.de