Die Ressource "Abwasser" — Zum Weltwassertag am 22. März 2017

Durch die Behandlung von Abwasser gewannen die öffentlichen Kläranlagen in Hessen 2015 nährstoffreichen Klärschlamm im Umfang von 152 300 Tonnen Trockenmasse. Wie das Hessische Statistische Landesamt anlässlich des Weltwassertages am 22. März mitteilt, wurde ein Drittel der Gesamtmenge (51 300 Tonnen Trockenmasse) in der Landwirtschaft als Dünger ausgebracht. 11 Prozent (17 000 Tonnen Trockenmasse) wurden anderweitig stofflich verwertet, insbesondere bei Rekultivierungs- und landschaftsbaulichen Maßnahmen. Der überwiegende Teil (55 Prozent bzw. 84 000 Tonnen Trockenmasse) wurde verbrannt.

Wenn wir uns mit unserem Abwasser beschäftigen, ist unser erster Gedanke meist schon der letzte: „Nur weg damit!“ Weg floss es über die Abwasser-Kanalnetze in einer Länge von 39 000 Kilometern und zwar in die 700 öffentlichen Kläranlagen. Ein Gesamtvolumen von 910 Millionen Kubikmeter kam im Jahr 2015 zusammen.

Unser Abwasser führt viele Stoffe und Eigenschaften mit sich, die wir im Sinne der Kreislaufwirtschaft sinnvoll nutzen können. Dafür und um den Eingriff des Menschen in die Natur zu begrenzen, werden die Kläranlagen betrieben. Dabei unterliegt die unmittelbare stoffliche Nutzung von Klärschlamm immer strengeren Vorgaben an die Schad- und Nährstoffgehalte. Demgegenüber verspricht die Verbrennung eine Nutzung des Energiepotenzials und die gezielte Wiedergewinnung chemischer Bestandteile. Sie ist damit eine Alternative zum Ausbeuten von Bodenschätzen.

Klärschlamm in den Regierungsbezirken

Parallel zur Verteilung der Bevölkerung fielen zwei Drittel der Klärschlammmengen im Regierungsbezirk Darmstadt an. Die Restmenge wurde zu gleichen Teilen aus den Regierungsbezirken Gießen und Kassel entsorgt. Deutliche Unterschiede zwischen den hessischen Regionen bestanden hinsichtlich des Verbleibs des Klärschlamms.

In Südhessen wurden drei Viertel des Klärschlamms verbrannt. In Nord- und Mittelhessen wurde der überwiegende Teil des Klärschlamms stofflich verwertet (94 Prozent bzw. 76 Prozent). Allein als Düngemittel in der Landwirtschaft verblieben drei Viertel der in Nordhessen und 61 Prozent der in Mittelhessen zu entsorgenden Klärschlämme.

Der „Tag des Wassers“ – heute vielfach als „Weltwassertag“ bezeichnet – wurde auf der 47. Vollversammlung der Vereinten Nationen am 22. Dezember 1992 ins Leben gerufen, um die Bedeutung von Wasser als unverzichtbare Voraussetzung für unser Leben auf der Erde zu unterstreichen. Die Vereinten Nationen haben den Weltwassertag 2017 unter das Motto „Wastewater — Abwasser“ gestellt, um auf die Bedeutung von Abwasser als Ressource für Trinkwasser, Nährstoffe und Energie hinzuweisen.

Auskünfte erteilt:
Ansprechpartner: Jacek Walsdorfer
Telefon: 0611 3802-401
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