Mehr junge Menschen beginnen eine ausbildungs- und berufsvorbereitende Qualifizierung — Deutlicher Anstieg im Bildungsprogramm „Integration und Abschluss“

Zu Beginn des Schuljahres 2016/17 mündeten in Hessen 110 210 Jugendliche nach dem Verlassen der Sekundarstufe I in das hessische Ausbildungsgeschehen ein. Wie das Hessische Statistische Landesamt aufgrund vorläufiger Ergebnisse aus der integrierten Ausbildungsberichterstattung (iABE) für Hessen mitteilt, waren das 1946 Jugendliche bzw. 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Wie im letzten Schuljahr war auch in diesem die Zunahme hauptsächlich durch das Bildungsprogramm InteA ("Integration und Abschluss") begründet.

Zu den Bildungswegen der iABE zählen die beruflichen Ausbildungen, die studienqualifizierenden Bildungsgänge und der Bereich der ausbildungs- und berufsvorbereitenden Qualifizierungen, auch Übergangsbereich genannt (grafische Darstellung s. Anhang). Der Übergangsbereich hat das Ziel, junge Menschen auf eine Ausbildung bzw. Beschäftigung vorzubereiten oder auch einen Haupt- oder Realschulabschluss nachzuholen.

Berufliche Ausbildungen

Eine berufliche Ausbildung starteten im Jahr 2016 knapp 48 960 Personen. Das waren 0,3 Prozent bzw. 163 Jugendliche weniger als 2015. Zur beruflichen Ausbildung zählen betriebliche oder schulische Berufsausbildungen in Firmen, im öffentlichen Dienst oder an beruflichen Schulen. Die Zahl der Anfängerinnen und Anfänger an Berufsschulen, die eine betriebliche Ausbildung absolvierten, blieb mit 34 700 im Vergleich zum Vorjahr stabil. Dagegen nahm die Anfängerzahl in den rein schulischen Berufsausbildungen um 1,2 Prozent auf 13 900 junge Menschen ab.

Studienqualifizierende Bildungsgänge

Rund 38 600 Anfängerinnen und Anfänger begannen mit einem studienqualifizierenden Bildungsgang an den beruflichen und allgemeinbildenden Schulen in Hessen. Dies waren 2561 Personen bzw. 6,2 Prozent weniger als im Jahr 2015. Dieser deutliche Rückgang ist durch Abnahmen an den gymnasialen Oberstufen (minus 8,8 Prozent) und Beruflichen Gymnasien (minus 5,3 Prozent) begründet. Hier macht sich bemerkbar, dass mehr Schulen das neunjährige Gymnasium (G9) anbieten und dadurch mehr Schülerinnen und Schüler in der Mittelstufe verbleiben. Infolgedessen wechseln sie erst später in die gymnasiale Oberstufe. An den Fachoberschulen Form A nahm die Zahl um 0,5 Prozent zu.

Ausbildungs- und berufsvorbereitende Qualifizierungen (Übergangsbereich)

Im Jahr 2016 fingen 22 660 Jugendliche eine ausbildungs- und berufsvorbereitende Qualifizierung an. 18 280 taten dies an einer beruflichen Schule, 34,3 Prozent bzw. 4670 mehr als im Vorjahr. Wie im letzten Jahr war auch in diesem die Zunahme hauptsächlich durch das Bildungsprogramm InteA ("Integration und Abschluss") begründet. Hier starteten im Jahr 2016 7416 Zugewanderte aus dem Ausland. Das waren dreimal so viele junge Menschen wie zum selben Zeitpunkt im Vorjahr. Das Programm richtet sich an Zuwanderer vor allem aus EU-Staaten oder Asylzugangsländern, die geringe oder keine Deutschkenntnisse besitzen. InteA ist an den beruflichen Schulen angesiedelt und wurde im Schuljahr 2015/16 flächendeckend in Hessen eingeführt. Ziel dieses bis zu zweijährigen Programms ist der Erwerb der deutschen Sprache, um den jungen Menschen schulische Abschlüsse und rasche Übergänge in weiterführende Bildungsgänge der beruflichen Schulen oder in eine duale Ausbildung zu ermöglichen. In den weiteren schulischen Bildungsgängen im Übergangsbereich nahm die Anfängerzahl insgesamt um 2,5 Prozent auf 10 860 Personen ab.

 Hinweis

Die dargestellten Zahlen sind Ergebnisse aus der integrierten Ausbildungsberichterstattung für Hessen. Die iABE ist ein Projekt, das vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (HMWEVL) in Auftrag gegeben wurde und aus Mitteln des Landes Hessen und des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert wird.

Weiterführende Informationen zur integrierten Ausbildungsberichterstattung finden Sie auf der Internetseite des Hessischen Statistischen Landesamts.

PM
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Ansprechpartner: Yvonne Lieber
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Email: Yvonne.lieber@statistik.hessen.de