Erwerbstätigkeit im ersten Quartal 2020: Die Dynamik nimmt in fast allen Bundesländern ab

Bundesweit gab es im ersten Quartal dieses Jahres durchschnittlich 0,3 Prozent mehr Erwerbstätige.

Die Entwicklung der Erwerbstätigen im ersten Quartal 2020 verlor im Vergleich mit derjenigen im Vorjahresquartal in fast allen Ländern an Dynamik. Die Veränderungsraten lagen zwischen minus 0,8 Prozent im Saarland und in Thüringen und plus 1,7 Prozent in Berlin. Im deutschlandweiten Durchschnitt erhöhte sich die Erwerbstätigenzahl um 0,3 Prozent. Zur Information: Die seit Mitte März erhöhte Kurzarbeit aufgrund der Corona-Pandemie kann sich auf die Zahl der Erwerbstätigen im Rahmen der Erwerbstätigenrechnung nicht auswirken, da die Kurzarbeitenden zu den Erwerbstätigen zählen.

Wie der Arbeitskreis „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ (AK ETR) nach vorläufigen Berechnungen mitteilt, stieg die Zahl der Erwerbstätigen im früheren Bundesgebiet (ohne Berlin) im ersten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,3 Prozent. 2019 lag der Zuwachs im ersten Quartal bei 1,2 Prozent. In den neuen Ländern (ohne Berlin) nahm die Zahl der Erwerbstätigen im ersten Quartal 2020 im Vergleich mit dem Vorjahresquartal dagegen um 0,2 Prozent ab. Im ersten Quartal 2019 hatte sie noch um 0,4 Prozent zugenommen. Berlin verzeichnete im ersten Quartal 2020 mit einem Zuwachs von 1,7 Prozent erneut das größte Plus. 2019 lag der Zuwachs bei 2,5 Prozent.

Im ersten Quartal 2020 hatten im Gebiet der alten Länder (ohne Berlin) im Quartalsdurchschnitt 37,02 Millionen Erwerbstätige einen Arbeitsplatz. Der Anteil des früheren Bundesgebietes (ohne Berlin) an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen in Deutschland betrug damit 82,2 Prozent. In den neuen Ländern (ohne Berlin) waren 5,94 Millionen Menschen erwerbstätig (13,2 Prozent). Mehr als 2,07 Millionen oder 4,6 Prozent aller Erwerbstätigen hatten ihren Arbeitsplatz in Berlin.

Hinweis

Bei den hier vorgelegten Ergebnissen, die auf dem Rechenstand des Statistischen Bundesamts vom 19. Mai 2020 basieren, handelt es sich um Berechnungen des AK ETR, dem die Statistischen Ämter der Länder, das Statistische Bundesamt sowie der Deutsche Städtetag angehören.

Am 29. Januar 2020 hat der AK ETR revidierte, d. h. methodisch überarbeitete Jahresergebnisse für 1991 bis 2019 vorgelegt. Neben der Erstveröffentlichung des ersten Quartals 2020 stellt der AK ETR heute revidierte Ergebnisse für die Quartale ab 2008 bereit. Mit dieser Revision wurden die Berechnungen zum Teil auf neue oder aktualisierte Datenquellen umgestellt. Weitere Informationen zur Revision finden Sie hier. Diese und weitere Ergebnisse zur Erwerbstätigkeit können Sie auch auf der Internetseite des AK ETR abrufen.

Die Darstellung der Erwerbstätigkeit erfolgt als durchschnittliche Größe. Die Angaben erfassen alle Erwerbstätigen, unabhängig von der Stellung im Beruf (Selbstständige und mithelfende Familienangehörige, Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer, Beamtinnen/Beamte) und unabhängig von der Arbeitszeit. Die obigen Angaben weisen die Zahlen nach dem sogenannten Inlandskonzept nach, d. h. am Arbeits- und nicht am Wohnort der Erwerbstätigen. Die Berechnungen folgen damit den Definitionen der International Labour Organization (ILO) und dem Europäischen System der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (ESVG) 2010.

Die Zahlen für das erste Quartal 2020 enthalten mehr Schätzungen als gewöhnlich.

Auskünfte erteilt:
Ansprechpartner: Mario Tränkle
Telefon: 0611 3802-403
E-Mail: etr@statistik.hessen.de