Inflationsrate in Hessen steigt im Mai 2021 auf 2,5 Prozent

Nach einem moderaten Anstieg im April ist die Inflationsrate in Hessen im Mai 2021 deutlich gestiegen: Das Niveau der Verbraucherpreise lag um 2,5 Prozent über dem Niveau von Mai 2020. Wie bereits in den vergangenen Monaten ist diese Entwicklung gegenüber dem Vorjahresmonat von einer starken Preissteigerung bei Heizöl und Kraftstoffen geprägt. Ohne Berücksichtigung dieser Mineralölprodukte hätte die Inflationsrate im Mai 2021 in Hessen bei 1,3 Prozent gelegen.

Im Mai 2021 lag die Inflationsrate – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex zum Vorjahresmonat – bei 2,5 Prozent. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, war dies in Hessen der größte Preisanstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit September 2008 (plus 3,6 Prozent). Im April hatte die Inflationsrate noch bei 1,8 Prozent und im März bei 1,7 Prozent gelegen.

Im Vergleich zum April 2021 erhöhte sich das Niveau der Verbraucherpreise im Mai 2021 um 0,6 Prozent. Neben den steigenden Energiepreisen trugen unter anderem auch höhere Preise für Bekleidungsartikel (plus 2,8 Prozent) zu dieser Entwicklung bei.

Preise für Energie

Die Preise für Energie stiegen im Mai 2021 um 0,9 Prozent im Vergleich zum April 2021. Teurer als im Vormonat waren insbesondere Heizöl (plus 4,5 Prozent) und Kraftstoffe (plus 1,6 Prozent). Die Preise für Erdgas und Strom blieben gegenüber April 2021 durchschnittlich unverändert.

Im Vergleich zum Mai 2020 waren für Energie im Mai dieses Jahres durchschnittlich um 10,4 Prozent höhere Preise zu zahlen. Binnen Jahresfrist stiegen die Preise für Heizöl um 39,2 Prozent und für Kraftstoffe um 29,4 Prozent. Diese starke Teuerung ist teilweise auch auf den sogenannten Basiseffekt zurückzuführen: Im Mai 2020, dem Basiswert für die Ermittlung der Preisveränderung, waren die Heizöl- und Kraftstoffpreise auf ein sehr geringes Niveau gesunken. Daher fällt die aktuelle Jahresteuerungsrate entsprechend hoch aus. Für Erdgas mussten Verbraucherinnen und Verbraucher im Mai 2021 um 1,3 Prozent höhere Preise zahlen als im Vorjahresmonat. Strom kostete 1,2 Prozent weniger als im Mai 2020.

Ohne Berücksichtigung der gesamten Energie hätte die Inflationsrate im Mai 2021 in Hessen bei 1,6 Prozent gelegen, ohne Berücksichtigung der Mineralölprodukte (Heizöl und Kraftstoffe) bei 1,3 Prozent.

Preise für Nahrungsmittel

Die Preise für Nahrungsmittel sanken im Mai 2021 um 0,4 Prozent im Vergleich zum April 2021. Günstiger gegenüber dem Vormonat waren Gemüse (minus 5,0 Prozent), Milch (minus 0,9 Prozent) sowie Fleisch und Fleischwaren (minus 0,3 Prozent). Deutliche Preiserhöhungen um 2,1 Prozent gab es bei Obst. Mehr mussten Verbraucherinnen und Verbraucher auch für Brot und Getreideerzeugnisse (plus 0,4 Prozent) zahlen.

Gegenüber Mai 2020 stiegen die Preise für Nahrungsmittel im Mai 2021 um 0,6 Prozent. Teurer als im Vorjahresmonat waren insbesondere Gemüse (plus 2,2 Prozent) sowie Speisefette und -öle (plus 1,5 Prozent), darunter stiegen die Preise für Butter um 0,9 Prozent. Brot und Getreideerzeugnisse sowie Molkereiprodukte und Eier kosteten im Durchschnitt jeweils 0,5 Prozent mehr als im Mai 2020. Obst war um 0,7 Prozent günstiger als im Vorjahresmonat.

Preise für Waren

Die Preise für Waren insgesamt stiegen im Mai dieses Jahres gegenüber April 2021 um 0,5 Prozent und gegenüber Mai 2020 um 2,9 Prozent. Die Preiserhöhung gegenüber dem Vorjahr ist von steigenden Preisen für Verbrauchsgüter (plus 4,2 Prozent) bestimmt. Maßgeblich hierfür war die Teuerung bei Energieprodukten.

Die Preise für Gebrauchsgüter stiegen im Mai 2021 um 0,3 Prozent gegenüber Mai 2020. Weniger mussten Verbraucherinnen und Verbraucher für Bekleidungsartikel (minus 1,4 Prozent), für Schuhe (minus 2,5 Prozent) und für Geräte der Unterhaltungselektronik (minus 2,3 Prozent) bezahlen. Auch Mobiltelefone (minus 6,9 Prozent) und Haushaltsgroßgeräte (minus 1,4 Prozent) waren günstiger als im Vorjahresmonat. Teurer wurden in dieser Gütergruppe beispielsweise Personenkraftwagen (plus 2,6 Prozent).

Preise für Dienstleistungen

Das Niveau der Preise für Dienstleistungen (ohne Wohnungsmieten) lag im Mai 2021 um 0,8 Prozent über dem Niveau des Vormonats und um 2,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Im Vergleich zum Mai 2020 verteuerten sich Dienstleistungen sozialer Einrichtungen um 5,2 Prozent sowie die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen um 2,9 Prozent. Speisen und Getränke in Fastfoodrestaurants kosteten 2,5 Prozent mehr als im Mai 2020. Die Preise für Speisen und Getränke zum Mitnehmen stiegen im Vorjahresvergleich um 1,8 Prozent. Telekommunikationsdienstleistungen waren um 1,0 Prozent günstiger als im Mai 2020.

Die Wohnungsmieten (Nettokaltmieten) lagen im Mai 2021 auf dem Niveau des Vormonats. Im Vergleich zum Mai 2020 mussten Mieterinnen und Mieter 1,1 Prozent mehr bezahlen.

Hinweise:

Aufgrund der Corona-Pandemie war die Preiserhebung vor Ort auch im Mai noch in einigen Geschäften in Hessen nicht oder nur eingeschränkt möglich. Die Option „Click and Meet“ wurde bei der Preiserhebung nach Möglichkeit genutzt. Bestimmte Dienstleistungen durften allerdings auch im Mai weiterhin nicht angeboten werden, wie zum Beispiel der Besuch von Sport- und Kulturveranstaltungen sowie der Besuch von Schwimmbädern oder Gaststätten.

Die Indizes und Veränderungsraten der betroffenen Positionen sind in den Tabellen mit Klammern versehen, wenn der Aussagewert aufgrund eines hohen Anteils imputierter Preise eingeschränkt ist. Dies ist dann der Fall, wenn der Anteil imputierter Preise für eine Position größer als 50 Prozent ist oder wenn mehr als 50 Prozent des Wägungsanteils einer Position auf Imputationen beruht. Imputationen liegen vor, wenn Preise nicht erhoben werden konnten und deshalb auf der Basis anderer geeigneter Verfahren ermittelt wurden. Nähere Informationen zu den Fortschreibungsverfahren finden Sie auf unserer Sonderseite.

Eine Vielzahl von Waren und Dienstleistungen war allerdings nicht von den oben genannten Einschränkungen betroffen, so zum Beispiel die Erhebung von Mieten oder von Energieprodukten, die zusammen 30,0 Prozent der Konsumausgaben privater Haushalte ausmachen. Die Qualität der Gesamtergebnisse ist weiterhin gewährleistet.

Aktuelle Tabellen zum Verbraucherpreisindex finden Sie auf unserer Fachseite.

Die Ergebnisse gelten bis zur Veröffentlichung des Statistischen Berichts als vorläufig.

Auskünfte erteilt:
Ansprechpartner: Markus Stahl
Telefon: 0611 3802-635
E-Mail: preise@statistik.hessen.de