Inflationsrate in Hessen steigt im April 2021 auf 1,9 Prozent

Im April 2021 ist die Inflationsrate in Hessen erneut leicht angestiegen: Das Niveau der Verbraucherpreise lag um 1,9 Prozent über dem Niveau von April 2020. Wie bereits im Vormonat ist diese Entwicklung gegenüber dem Vorjahresmonat von starken Preissteigerungen bei den Mineralölprodukten „Heizöl“ und „Kraftstoffe“ geprägt. Gegenüber März 2021 erhöhten sich die Verbraucherpreise um 0,7 Prozent.

Hinweis: Diese Pressemitteilung beruht auf vorläufigen Ergebnissen. Die endgültigen Ergebnisse für April 2021 finden Sie in unserer Pressemitteilung vom 5. Mai 2021.

Im April 2021 lag die Inflationsrate – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex zum Vorjahresmonat – bei 1,9 Prozent. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, hatte die Inflationsrate im März bei 1,7 Prozent und im Februar bei 1,0 Prozent gelegen. Im Vergleich zum März 2021 stieg das Niveau der Verbraucherpreise im April 2021 um 0,7 Prozent.

Preise für Energie

Im April 2021 gingen die Preise für Energie im Vergleich zum März 2021 um durchschnittlich 0,5 Prozent zurück. Kraftstoffe waren 1,0 Prozent und Heizöl 3,3 Prozent günstiger. Sowohl für Erdgas als auch für Strom blieben die Preise gegenüber dem Vormonat im Durchschnitt jeweils unverändert.

Trotz des Rückgangs der Energiepreise gegenüber dem Vormonat kosteten Energieprodukte im April 2021 durchschnittlich 8,1 Prozent mehr als im April 2020. Gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen die Preise für Kraftstoffe um 24,4 Prozent und für Heizöl um 23,2 Prozent. Diese starke Teuerung ist neben der zum Jahresbeginn eingeführten CO2-Abgabe auch auf das sehr geringe Preisniveau dieser Güter vor einem Jahr zurückzuführen. Während Verbraucherinnen und Verbraucher für Erdgas um 1,3 Prozent höhere Preise bezahlen mussten als im April 2020, wurde Strom im selben Zeitraum um 1,2 Prozent günstiger.

Ohne Berücksichtigung der gesamten Energie hätte die Inflationsrate im April 2021 in Hessen bei 1,2 Prozent gelegen, ohne Berücksichtigung der Mineralölprodukte (Heizöl und Kraftstoffe) bei 1,0 Prozent.

Preise für Nahrungsmittel

Gegenüber März 2021 erhöhten sich die Preise für Nahrungsmittel im April 2021 um 1,6 Prozent. Deutliche Preissteigerungen im Vergleich zum Vormonat waren bei Gemüse (plus 7,8 Prozent) sowie bei Fleisch und Fleischwaren (plus 2,2 Prozent) zu beobachten. Speisefette und -öle kosteten 1,9 Prozent mehr als im März 2021, darunter stiegen die Preise für Butter um 1,2 Prozent. Weniger mussten Verbraucherinnen und Verbraucher im April 2021 für Molkereiprodukte und Eier (minus 0,4 Prozent) bezahlen.

Gegenüber April 2020 waren Nahrungsmittel im April 2021 um 1,2 Prozent teurer. Besonders Gemüse (plus 4,2 Prozent) kostete spürbar mehr als im Vorjahresmonat. Die Preise für Molkereiprodukte und Eier erhöhten sich durchschnittlich um 1,4 Prozent, darunter Milch um 4,8 Prozent. Die Preise für Fleisch und Fleischwaren stiegen um 1,8 Prozent, die Preise für Speisefette und -öle um 1,3 Prozent. Für Obst waren im Durchschnitt um 2,4 Prozent geringere Preise zu zahlen.

Preise für Waren

Die Preise für Waren insgesamt stiegen im April 2021 gegenüber März 2021 um 0,4 Prozent und gegenüber April 2020 um 2,1 Prozent. Die Erhöhung gegenüber dem Vorjahr ist von steigenden Preisen für Verbrauchsgüter (plus 3,5 Prozent) bestimmt. Gebrauchsgüter waren um 0,3 Prozent günstiger als im Vorjahresmonat.

Teurer als im April 2020 waren im Bereich der Waren neben den Energieprodukten und Nahrungsmitteln auch Tabakwaren (plus 4,5 Prozent) und Personenkraftwagen (plus 2,0 Prozent). Für Mobiltelefone (minus 8,3 Prozent) und Geräte der Unterhaltungselektronik (minus 2,0 Prozent) waren im April 2021 geringere Preise als im April 2020 zu zahlen, ebenso für Bekleidungsartikel (minus 3,1 Prozent).

Preise für Dienstleistungen

Das Niveau der Preise für Dienstleistungen (ohne Wohnungsmieten) lag im April 2021 um 1,2 Prozent über dem Niveau des Vormonats und um 1,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Im Vergleich zum April 2020 verteuerten sich Dienstleistungen sozialer Einrichtungen um 5,5 Prozent sowie die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen um 3,3 Prozent. Speisen und Getränke zum Mitnehmen kosteten 2,2 Prozent mehr als im April 2020. Die Preise für Speisen und Getränke in Fastfoodrestaurants stiegen im Vorjahresvergleich um 2,5 Prozent. Preisrückgänge gab es binnen Jahresfrist bei Telekommunikationsdienstleistungen (minus 1,0 Prozent).

Die Wohnungsmieten (Nettokaltmieten) lagen im April um 0,1 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Im Vergleich zum April 2020 mussten Mieterinnen und Mieter 1,2 Prozent mehr bezahlen.

Hinweise:
Aufgrund der Corona-Pandemie war die Preiserhebung vor Ort auch im April 2021 in vielen Geschäften in Hessen nicht oder nur eingeschränkt möglich. Die am 23. April 2021 in Kraft getretene Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes, die sogenannte bundeseinheitliche „Notbremse“, hatte im April keine Auswirkung auf die Preiserhebung vor Ort, da die Preiserhebung zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen war.

Die Preiserhebung im Bereich der Nahrungsmittel erfolgte in Hessen weitgehend regulär vor Ort. Während Friseurgeschäfte und Fitnessstudios im April öffneten, durften verschiedene andere Dienstleistungen, wie zum Beispiel die Gastronomie, private Übernachtungen sowie verschiedene Sport-, Freizeit- und Erholungsdienstleistungen, nicht angeboten werden.

Die Indizes und Veränderungsraten der betroffenen Positionen sind in den Tabellen mit Klammern versehen, wenn der Aussagewert aufgrund eines hohen Anteils imputierter Preise eingeschränkt ist. Dies ist dann der Fall, wenn der Anteil imputierter Preise für eine Position größer als 50 Prozent ist oder wenn mehr als 50 Prozent des Wägungsanteils einer Position auf Imputationen beruht. Imputationen liegen vor, wenn Preise nicht erhoben werden konnten und deshalb auf der Basis anderer geeigneter Verfahren ermittelt wurden. Nähere Informationen zu den Fortschreibungsverfahren finden Sie auf unserer Sonderseite.

Eine Vielzahl von Waren und Dienstleistungen war allerdings nicht von den oben genannten Einschränkungen betroffen, so zum Beispiel die Erhebung von Mieten oder von Energieprodukten, die zusammen 30,0 Prozent der Konsumausgaben privater Haushalte ausmachen. Die Qualität der Gesamtergebnisse ist weiterhin gewährleistet.

Aktuelle Tabellen zum Verbraucherpreisindex finden Sie auf unserer Fachseite.

Die Ergebnisse gelten bis zur Veröffentlichung des Statistischen Berichts als vorläufig.

Auskünfte erteilt:
Ansprechpartner: Markus Stahl
Telefon: 0611 3802-635
E-Mail: preise@statistik.hessen.de