Umsätze im hessischen Gastgewerbe im Corona-Jahr 2020 um fast die Hälfte eingebrochen

Die Corona-Pandemie hat das hessische Gastgewerbe im Jahr 2020 stark beeinflusst: Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete es Umsatzeinbußen in Höhe von 46,4 Prozent. Auch auf die Zahl der tätigen Personen haben sich die Corona-Beschränkungen deutlich ausgewirkt: Im Jahr 2020 waren insgesamt 16,0 Prozent weniger Personen im Gastgewerbe tätig als im Jahr 2019.

Das Gastgewerbe zählt zu den am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Wirtschaftszweigen im Jahr 2020. So führten ausgebliebene Gäste aus dem In- und Ausland, abgesagte Veranstaltungen und geschlossene Unternehmen im Vergleich zum Jahr 2019 zu einem preisbereinigten Umsatzrückgang in Höhe von 46,4 Prozent.

Während die Umsätze im Januar und Februar 2020 vergleichsweise nur leicht unterhalb der jeweiligen Werte von Januar und Februar 2019 lagen, brachen sie zu Beginn des ersten coronabedingten Lockdowns im März 2020 um fast die Hälfte (47,1 Prozent) ein. In den Folgemonaten bewegten sich die Umsatzrückgänge stets im hohen zweistelligen Bereich, wobei der Negativ-Rekord mit einem Minus von 77,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat im April zu verzeichnen war. Im Dezember 2020 sanken die preisbereinigten Umsätze gegenüber dem Vorjahresmonat um mehr als zwei Drittel (minus 68,7 Prozent).

In den einzelnen Bereichen des Gastgewerbes – der Gastronomie und der Beherbergung – entwickelten sich die Umsätze im Laufe des Jahres 2020 folgendermaßen:

Gastronomie

Insgesamt meldete die hessische Gastronomie im Jahr 2020 preisbereinigt ein Umsatz-Minus in Höhe von 41,6 Prozent. Den stärksten Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnete die Gastronomie im April mit 73,2 Prozent.

Zum Jahreswechsel im Dezember 2020 ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 65,1 Prozent zurück. Am stärksten sanken die Umsätze im Bereich des Ausschanks von Getränken: Sie brachen um 87,1 Prozent ein. Restaurants, Gaststätten und Imbissstuben verzeichneten im Dezember 2020 gegenüber Dezember 2019 einen Rückgang der preisbereinigten Umsätze in Höhe von 68,2 Prozent.

Beherbergung

Im Bereich der Beherbergung sanken die preisbereinigten Umsätze im gesamten Jahr 2020 um mehr als die Hälfte (54,7 Prozent). Auch hier war der Tiefpunkt im Vergleich zum Vorjahresmonat mit einem Rückgang von 85,5 Prozent im April.

Im Dezember 2020 sanken die Umsätze im Vergleich zum Dezember 2019 um mehr als drei Viertel (76,4 Prozent). Hotels, Gasthöfe und Pensionen verzeichneten mit einem Minus in Höhe von 77,1 Prozent den stärksten Rückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat. Auch Ferienunterkünfte und andere Beherbergungsstätten verbuchten deutlich geringere Umsätze (minus 65,5 Prozent).

Grafik Entwicklung der preisbereinigten Umsätze im hessischen Gastgewerbe Januar 2019 bis Dezember 2020

Tätige Personen

Auch auf die im Gastgewerbe tätigen Personen hat sich die Corona-Pandemie erheblich ausgewirkt: Es waren im Vergleich zum Vorjahr 16,0 Prozent weniger Personen tätig.  
Der größte Rückgang war im Dezember 2020 zu verzeichnen: Die Zahl der tätigen Personen sank im Vergleich zum Dezember 2019 um 28,4 Prozent. Dabei reduzierte sich die Zahl der in Vollzeit tätigen Personen um 13,9 Prozent, die Zahl der in Teilzeit tätigen Personen nahm sogar um 38,7 Prozent ab.

Weitere Zahlen und Informationen zum hessischen Gastgewerbe entnehmen Sie unserer Fachseite .

Hinweis:
Die Gastgewerbestatistik ist eine Stichprobenerhebung. Alle monatlich befragten Unternehmen der Stichprobe haben einen Jahresumsatz von mindestens 150 000 Euro. Bei den Zahlen handelt es sich um vorläufige Werte.
Im Gastgewerbe spricht man von tätigen Personen, da nicht unterschieden wird, ob diese sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind oder es sich beispielsweise um unbezahlt mithelfende Familienangehörige handelt.

Auskünfte erteilt:
Kontakt: Jana Salehian
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