Geringster Anstieg der Baupreise für Wohngebäude seit 2010

Die Preise für den Neubau von Wohngebäuden in Hessen sind im Jahr 2020 weiter gestiegen, allerdings weniger stark als in den Jahren zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhten sich die Preise um 1,1 Prozent. Der Grund für den geringsten Anstieg der Baupreise seit 2010 ist vor allem die temporäre Senkung der Mehrwertsteuer seit dem 1. Juli 2020.

Die Preise für den Neubau von Wohngebäuden stiegen 2020 in Hessen – gemessen an den Preisindizes für Bauwerke – durchschnittlich um 1,1 Prozent. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, war dies der geringste Anstieg der Baupreise in Hessen seit 10 Jahren. Auch im Jahr 2010 stiegen die Preise um 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Jahr 2019 hatte der Preisanstieg im Jahresvergleich bei 4,0 Prozent und im Jahr 2018 bei 3,3 Prozent gelegen. Der Grund für den im Vergleich zu den Vorjahren geringen Anstieg ist vor allem die Mehrwertsteuersenkung, die am 1. Juli 2020 in Kraft getreten ist und bis Jahresende gilt.

Rohbauarbeiten verteuerten sich 2020 um 1,4 Prozent gegenüber 2019. Zu den größten Preistreibern zählten in diesem Bereich die Mauerarbeiten (plus 1,2 Prozent) und Betonarbeiten (plus 0,7 Prozent), die zusammen einen Anteil von 63 Prozent an den Rohbauarbeiten haben. Deutlich teurer wurden 2020 Gerüstarbeiten (plus 4,3 Prozent), Dachdeckungs- und Dachabdichtungsarbeiten (plus 3,7 Prozent) sowie Erdarbeiten (plus 3,2 Prozent). Für Entwässerungskanalarbeiten mussten Auftraggebende 2,5 Prozent mehr bezahlen als im Jahr zuvor. Abdichtungsarbeiten kosteten durchschnittlich 2,2 Prozent mehr.

Die Preise für Ausbauarbeiten stiegen 2020 gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozent. Tischlerarbeiten verteuerten sich im Vorjahresvergleich um 1,8 Prozent und waren aufgrund ihres großen Anteils am Preisindex für Wohngebäude insgesamt einer der größten Preistreiber. Einen deutlichen Einfluss auf die Preisentwicklung von Ausbauarbeiten hatten auch Metallbauarbeiten (plus 1,9 Prozent), der Heizungsbau (plus 1,4 Prozent) sowie der Einbau von Gas-, Wasser- und Entwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden (plus 0,8 Prozent). Überdurchschnittlich teurer wurden auch Dämm- und Brandschutzarbeiten an technischen Anlagen (plus 3,4 Prozent). Die Preise für Maler- und Lackierarbeiten sanken gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozent. Putz- und Stuckarbeiten waren 0,1 Prozent günstiger.

Einen deutlichen Preisanstieg um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichneten 2020 die Bauleistungen für Außenanlagen für Wohngebäude. Die Preise für Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden (ohne Schönheitsreparaturen) stiegen gegenüber 2019 um 1,2 Prozent.

Der Neubau von gewerblichen Betriebsgebäuden verteuerte sich 2020 um 1,2 Prozent und der Neubau von Bürogebäuden um 1,1 Prozent. Für den Straßenbau (plus 0,9 Prozent) sowie für Brücken im Straßenbau (plus 0,6 Prozent) mussten 2020 ebenfalls höhere Preise gezahlt werden als 2019.

Hinweise:

Alle Preisentwicklungen beziehen sich auf Preise für Bauleistungen am Bauwerk einschließlich Mehrwertsteuer. Berechnungsgrundlage hierfür bilden Preise für Bauleistungen ohne Mehrwertsteuer. Die Mehrwertsteuer wird automatisiert hinzugerechnet.

Die Baupreisindizes werden aktuell auf der Indexbasis 2015 = 100 berechnet. Dieser Berechnung liegen Wägungsschemata zugrunde, die die Bauweise im Basisjahr 2015 widerspiegeln.

Aktuelle Tabellen mit Preisindizes für Bauwerke in Hessen stehen auf der Internetseite des Hessischen Statistischen Landesamts bereit. Ausführliche Ergebnisse enthält der im Januar erscheinende Statistische Bericht „Preisindizes für Bauwerke in Hessen (vierteljährlich)“. Regionalisierte Zahlen stehen nicht zur Verfügung.

Auskünfte erteilt:
Ansprechpartner: Markus Stahl
Telefon: 0611 3802-635
E-Mail: preise@statistik.hessen.de