Inflationsrate in Hessen im November unverändert bei minus 0,6 Prozent

Die Inflationsrate in Hessen verharrte im November bei minus 0,6 Prozent. Die Entwicklung der Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahresmonat war weiterhin geprägt von dem im Jahresvergleich gesunkenen Preis für Rohöl auf dem Weltmarkt sowie von der momentanen Senkung der Mehrwertsteuer. Beides wirkte sich dämpfend auf die Inflationsrate aus.

Im November 2020 lag das Niveau der Verbraucherpreise in Hessen um 0,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, hatte die Inflationsrate bereits im Oktober bei minus 0,6 Prozent und im September bei minus 0,5 Prozent gelegen. Im Vergleich zum Oktober 2020 sank das Niveau der Verbraucherpreise im November um 0,8 Prozent.

Preise für Energie

Die Preise für Energie gingen im November um 0,5 Prozent im Vergleich zum Oktober 2020 zurück. Während Kraftstoffe um 2,0 Prozent günstiger waren als im Vormonat, verteuerte sich Heizöl bedingt durch den zuletzt wieder gestiegenen Rohölpreis um 4,1 Prozent. Die Preise für Erdgas und Strom blieben gegenüber Oktober durchschnittlich unverändert.

Gegenüber November 2019 sanken die Preise für Energie im November dieses Jahres um 8,8 Prozent. Insbesondere die Preise für Heizöl (minus 33,0 Prozent) und Kraftstoffe (minus 13,6 Prozent) gingen im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich zurück. Für Erdgas zahlten Verbraucherinnen und Verbraucher im November um 4,7 Prozent geringere Preise. Strom war 0,8 Prozent günstiger als im Vorjahresmonat.

Die Preisrückgänge bei Energieprodukten gegenüber dem Vorjahresmonat dämpften die Inflationsrate weiterhin. Ohne Berücksichtigung der gesamten Energie hätte die Inflationsrate im November 2020 in Hessen bei 0,3 Prozent gelegen.

Preise für Nahrungsmittel

Das Niveau der Nahrungsmittelpreise lag im November um 0,3 Prozent über dem Niveau von Oktober 2020. Teurer gegenüber dem Vormonat waren Speisefette und -öle (plus 1,3 Prozent), darunter Butter (plus 3,9 Prozent). Die Preise für Gemüse stiegen gegenüber dem Vormonat um 2,0 Prozent, die Preise für Brot und Getreideerzeugnisse um 0,7 Prozent. Für Obst mussten Verbraucherinnen und Verbraucher im November um 1,0 Prozent geringere Preise bezahlen.

Gegenüber November 2019 stiegen die Preise für Nahrungsmittel im November 2020 um 0,2 Prozent. Teurer als ein Jahr zuvor waren insbesondere Fleisch und Fleischwaren um 3,8 Prozent, darunter Schweinefleisch um 9,0 Prozent. Auch Gemüse (plus 1,4 Prozent) und Obst (plus 0,3 Prozent) kosteten im Vergleich zum Vorjahresmonat mehr. Die Preise für Speisefette und -öle sanken um 5,0 Prozent, darunter die Preise für Butter um 5,2 Prozent. Für Brot und Getreideerzeugnisse (minus 1,4 Prozent) sowie Molkereiprodukte und Eier (minus 1,0 Prozent) musste ebenfalls weniger gezahlt werden.

Preise für Waren

Die Preise für Waren insgesamt blieben im November gegenüber Oktober 2020 unverändert. Gegenüber November 2019 kosteten Waren 2,6 Prozent weniger, wobei Verbrauchsgüter im November 2,8 Prozent und Gebrauchsgüter 2,1 Prozent günstiger waren als im Vorjahresmonat.

Im Vergleich zum November 2019 sanken beispielsweise die Preise für Mobiltelefone um 7,9 Prozent und für Bekleidungsartikel um 4,3 Prozent. Weniger zahlten Verbraucherinnen und Verbraucher auch für Haushaltsgroßgeräte (minus 2,2 Prozent), darunter Waschmaschinen (minus 6,4 Prozent) sowie für Geräte der Unterhaltungselektronik (minus 2,0 Prozent), darunter Fernsehgeräte (minus 8,8 Prozent). Während Wintersportartikel um 9,6 Prozent günstiger waren als im November 2019, stiegen die Preise für Fitnessgeräte für das Training zu Hause um 9,6 Prozent. Tabakwaren kosteten 3,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Preise für Dienstleistungen

Das Niveau der Preise für Dienstleistungen (ohne Wohnungsmieten) lag im November 2020 um 2,3 Prozent unter dem Niveau des Vormonats und um 1,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Im Vergleich zum November 2019 verteuerten sich Dienstleistungen sozialer Einrichtungen um 4,5 Prozent sowie die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen um 1,8 Prozent. Gaststättendienstleistungen wurden aufgrund des Teil-Lockdowns im November nur teilweise angeboten: Speisen und Getränke zum Mitnehmen kosteten 1,0 Prozent mehr als im November 2019. Die Preise für Speisen und Getränke in Fastfoodrestaurants stiegen im Vorjahresvergleich um 2,5 Prozent. Friseurdienstleistungen durften im November weiterhin angeboten werden; sie verteuerten sich für Herren um 5,9 Prozent und für Damen um 4,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Preisrückgänge um 3,1 Prozent gab es binnen Jahresfrist bei Telekommunikationsdienstleistungen.

Die Wohnungsmieten (Nettokaltmieten) lagen im November 2020 auf demselben Niveau wie im Vormonat. Im Vergleich zum November 2019 mussten Mieterinnen und Mieter 1,2 Prozent mehr bezahlen.

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Hinweise

Aufgrund des Teil-Lockdowns durften im November einige Dienstleistungen nicht angeboten werden, wie zum Beispiel Gaststättendienstleistungen, private Übernachtungen sowie verschiede Sport-, Freizeit- und Erholungsdienstleistungen. Die Indizes und Veränderungsraten der betroffenen Positionen sind in den Tabellen und Grafiken mit Klammern versehen, wenn der Aussagewert aufgrund eines hohen Anteils imputierter Preise eingeschränkt ist. Dies ist dann der Fall, wenn der Anteil imputierter Preise für eine Position größer als 50 Prozent ist oder wenn mehr als 50 Prozent des Wägungsanteils einer Position auf Imputationen beruht. Imputationen liegen vor, wenn Preise nicht erhoben werden konnten und deshalb auf der Basis anderer geeigneter Verfahren ermittelt wurden. Nähere Informationen zu den Fortschreibungsverfahren finden Sie auf unserer Sonderseite.

Um der deutschen Wirtschaft neuen Schub zu geben, hat der Bundesgesetzgeber die Mehrwertsteuer befristet vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2020 gesenkt. Der reguläre Steuersatz sinkt dabei von 19 auf 16 Prozent, der ermäßigte Steuersatz von 7 auf 5 Prozent. Händlern und Dienstleistern steht es frei, ob und wie sie die niedrigere Mehrwertsteuer an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergeben. So können sie zum Beispiel auch Rabatte an der Kasse gewähren, ohne die Preisauszeichnung für den Zeitraum von einem halben Jahr ändern zu müssen.

Die unterschiedlichen Vorgehensweisen von Händlern und Dienstleistern wurden bei der Preiserhebung berücksichtigt, sodass die Statistik der Verbraucherpreise in jedem Fall den tatsächlich von Verbraucherinnen und Verbrauchern zu zahlenden Preis erfasst. Die Auswirkung der Steuersenkung auf die Inflationsrate ist nicht separat quantifizierbar, da die Entwicklung der einzelnen Preise wie immer auch von vielen anderen Einflussfaktoren, wie zum Beispiel von der Nachfrage bzw. Verfügbarkeit, bestimmt ist. Die hier dargestellten Veränderungsraten geben somit keine Auskunft darüber, in welchem Umfang die Steuersenkung an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben wurde.

Nicht alle Waren und Dienstleistungen sind zudem von der Steuersenkung gleichermaßen betroffen. Rund 70 Prozent der im Warenkorb enthaltenen Güter sind mit dem regulären oder dem ermäßigten Steuersatz behaftet. Dagegen sind rund 30 Prozent der Güter von der Mehrwertsteuer befreit. So sind zum Beispiel Wohnungsmieten, die einen hohen Anteil an den Verbrauchsausgaben haben, nicht von der Steuersenkung betroffen.

Aktuelle Tabellen zum Verbraucherpreisindex finden Sie auf unserer Fachseite.

Die Ergebnisse gelten bis zur Veröffentlichung des Statistischen Berichts als vorläufig.

Auskünfte erteilt:
Ansprechpartner: Markus Stahl
Telefon: 0611 3802-635
E-Mail: preise@statistik.hessen.de