Geleistete Arbeitsstunden sowie Vollzeitäquivalente je erwerbstätiger Person in Hessen gingen leicht zurück

Wie viele Stunden wurden in den hessischen Regionen geleistet und wie hoch wäre die Zahl der Erwerbstätigen gewesen, wenn es nur Vollzeit-Arbeitsplätze gegeben hätte? Antworten auf diese Fragen geben die Statistiken Arbeitsvolumen und Vollzeitäquivalente, die der Arbeitskreis „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ (AK ETR) regelmäßig herausgibt.

Geleistete Arbeitsstunden
Zwischen den Jahren 2000 und 2018 ging die Zahl der pro Jahr geleisteten Arbeitsstunden je erwerbstätiger Person in allen hessischen kreisfreien Städten und Landkreisen zurück. Die Werte nahmen dabei hessenweit durchschnittlich um 5,2 Prozent ab. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, verzeichneten der Hochtaunuskreis und der Landkreis Groß-Gerau mit jeweils minus 3,3 Prozent die geringsten Rückgänge. Der höchste Rückgang an geleisteten Arbeitsstunden je erwerbstätiger Person war im Werra-Meißner-Kreis mit 7,7 Prozent zu vermelden.

Die Anzahl der von allen Erwerbstätigen insgesamt geleisteten Stunden nahm jedoch zu: In 20 der 26 hessischen Landkreise und kreisfreien Städte stieg sie an. Den größten Anstieg verzeichnete der Hochtaunuskreis mit 19,4 Prozent, die größte Abnahme verbuchte der Werra-Meißner-Kreis mit 18,9 Prozent. In beiden Landkreisen waren im gleichen Zeitraum ein erheblicher Zuwachs bzw. Rückgang der Erwerbstätigenzahl zu beobachten.
Insgesamt arbeiteten Erwerbstätige 2018 in den hessischen Regionen durchschnittlich 1 391 Stunden pro Kopf.

Geleistete Arbeitsstunden je Erwerbstätigen in den hessischen Verwaltungsbezirken im Jahr 2018_Balkendiagramm

Vollzeitäquivalente
Die Zahl der Vollzeitäquivalente je 100 Erwerbstätige nahm zwischen 2008 und 2018 in Hessen geringfügig um 0,8 Prozent ab. Im Jahr 2018 kamen in Hessen auf 100 Erwerbstätige fast 85 Vollzeitäquivalente. Im Jahr 2008 waren es knapp 86 Vollzeitäquivalente. Diese relativ konstante Zahl an Vollzeitäquivalenten je Erwerbstätigen könnte auf eine gleichbleibende Teilzeitquote der Beschäftigten sowie eine unveränderte Anzahl an ausgeübten Nebenbeschäftigungen hinweisen.

Die Gesamtzahl der Vollzeitäquivalente erhöhte sich zwischen 2008 und 2018 in fast allen hessischen Regionen. Lediglich im Werra-Meißner-Kreis ging die Anzahl der Vollzeitäquivalente um 1,9 Prozent zurück. Abgesehen vom Werra-Meißner-Kreis reichte die Spanne der Veränderungsraten von 3,9 Prozent in Offenbach am Main bis 14,0 Prozent im Hochtaunuskreis. Die Entwicklung der Vollzeitäquivalente war maßgeblich auf die gestiegene Zahl der Erwerbstätigen zurückzuführen.

Vollzeitäquivalente in den hessischen Verwaltungsbezirken im Jahr 2018_Balkendiagramm

Hinweise:
Bei den hier vorgelegten Ergebnissen, die auf dem Rechenstand des Statistischen Bundesamts vom 20. August 2019 basieren, handelt es sich um Berechnungen des AK ETR, dem die Statistischen Ämter der Länder, das Statistische Bundesamt sowie der Deutsche Städtetag angehören.

Zusätzlich zur Erstberechnung der Zahl der geleisteten Arbeitsstunden in den Jahren 2000 bis 2018 stellt der AK ETR hiermit revidierte Ergebnisse der Erwerbstätigen in Vollzeitbeschäftigteneinheiten, sogenannte Vollzeitäquivalente, für die Jahre 2008 bis 2018 bereit. Mit dieser Revision wurden die Berechnungen zum Teil auf neue oder aktualisierte Datenquellen umgestellt. Weitere Informationen zur Revision finden Sie hier. Diese und weitere Ergebnisse zur Erwerbstätigkeit können Sie auf der Internetseite des AK ETR abrufen.

Das Arbeitsvolumen umfasst die tatsächlich geleistete Arbeitszeit aller Erwerbstätigen, die als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer oder als Selbstständige einschließlich mithelfender Familienangehöriger eine auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben. Hierzu zählen auch die geleisteten Arbeitsstunden von Personen mit mehreren gleichzeitigen Beschäftigungsverhältnissen. Die Vollzeitäquivalente geben an, wie hoch die Zahl der Erwerbstätigen wäre, wenn diese geleisteten Arbeitsstunden nur durch Vollzeit-Arbeitsplätze erbracht würden.

Nicht zum Arbeitsvolumen gehören die bezahlten, aber nicht geleisteten Arbeitsstunden, beispielsweise der Jahresurlaub, die Elternzeit, Feiertage, Kurzarbeit oder krankheitsbedingte Abwesenheit. Ebenfalls unberücksichtigt bleiben die nicht bezahlten Pausen für das Einnehmen von Mahlzeiten sowie die Zeit für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz. Das Arbeitsvolumen umfasst somit die Gesamtzahl der während des Berichtszeitraums am jeweiligen Arbeitsort von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie Selbstständigen innerhalb einer Region tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden.

Aktualisierte Daten werden voraussichtlich im Juni 2021 veröffentlicht.

Auskünfte erteilt:
Ansprechpartner: Mario Tränkle
Telefon: 0611 3802-403
E-Mail: etr@statistik.hessen.de