Weniger Studierende an hessischen Hochschulen

Die Zahl der Studierenden an hessischen Hochschulen ist im Wintersemester 2021/22 um 2,0 Prozent (minus 5 300 Studierende) gegenüber dem vorherigen Wintersemester gesunken. Damit ging sie erstmals seit dem Wintersemester 2007/08 wieder zurück. Die Abnahme ist unter anderem auf eine geringere Zahl an Studienanfängerinnen und -anfängern zurückzuführen.

Nach ersten Ergebnissen der Hochschulstatistik sind im laufenden Wintersemester rund 261 600 Studierende an hessischen Hochschulen eingeschrieben. Das sind 5 300 oder 2,0 Prozent weniger als im Wintersemester 2020/21. Damit nahm die Zahl der Studierenden erstmals seit dem Wintersemester 2007/08 wieder ab.

Deutlich weniger Erstsemester

Der Rückgang der Studierendenzahl lässt sich in erster Linie durch weniger Studienanfängerinnen und -anfänger erklären. Im laufenden Wintersemester sind rund 30 700 Erstsemester an hessischen Hochschulen eingeschrieben. Damit sank ihre Zahl um 4 700 oder 13,4 Prozent gegenüber dem Wintersemester 2020/21.

Ein Grund für die geringeren Neueinschreibungen im laufenden Wintersemester ist die Umstellung vom achtjährigen auf den neunjährigen gymnasialen Bildungsgang an den hessischen allgemeinbildenden Gymnasien. Durch diese Schulzeitverlängerung gab es im Sommer 2021 an einigen allgemeinbildenden Gymnasien in Hessen keinen Abiturjahrgang und damit keine Schulentlassenen mit allgemeiner Hochschulreife. Nach Schätzungen des Hessischen Statistischen Landesamtes dürfte im Sommer 2021 die Zahl der Abiturientinnen und Abiturienten hessischer allgemeinbildender Schulen um etwa 3 000 zurückgegangen sein. Endgültige Ergebnisse zu den Abiturientinnen und Abiturienten im Sommer 2021 liegen Anfang 2022 vor.

Deutsche und ausländische Erstsemester

Unter den 30 700 Studienanfängerinnen und -anfängern im Wintersemester 2021/22 in Hessen sind 24 800 deutsche und 5 900 ausländische Studierende. Damit sind knapp 4 400 bzw. 15,0 Prozent weniger Erstimmatrikulierte mit deutscher Staatsangehörigkeit eingeschrieben als im vorherigen Wintersemester. Der Rückgang bei den Erstsemestern mit ausländischer Staatsangehörigkeit fällt hingegen mit knapp 400 Studierenden bzw. 5,8 Prozent nicht so stark aus. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass bereits im Wintersemester 2020/21 die Zahl der ausländischen Erstsemester an hessischen Hochschulen gegenüber dem Wintersemester 2019/20 sehr deutlich sank, da die Aufnahme eines Studiums in Deutschland für im Ausland lebende Personen durch die Corona-Pandemie erschwert war. Damals waren es 15,6 Prozent ausländische Erstsemester weniger als im Wintersemester 2019/20 vor Beginn der Corona-Krise. Inwieweit die Corona-Krise die rückläufigen Studierendenzahlen im laufenden Semester beeinflusst hat, kann im Detail erst anhand der endgültigen Ergebnisse aus der Hochschulstatistik Anfang 2022 näher analysiert werden.

Erstmals seit 14 Jahren Abnahme der Studierendenzahlen

Die Gesamtzahl der Studierenden in Hessen ist zum ersten Mal seit 14 Jahren rückläufig. Im Wintersemester 2007/08 waren 151 000 Studierende an hessischen Hochschulen eingeschrieben. Bis zum Wintersemester 2020/21 stieg ihre Zahl stetig an und erreichte ihren Höchstwert mit rund 266 900 Studierenden im vergangenen Wintersemester 2020/21.

Hinweis:

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