Starker Beschäftigungsabbau in der hessischen Industrie

Die hessische Industrie hat im aktuellen Berichtsmonat September 2020 abermals einen starken Beschäftigungsabbau gemeldet. Allerdings kann dieser nicht nur als Folge der Corona-Pandemie gewertet werden, denn schon seit Juni 2019 sind die Beschäftigungszahlen insgesamt rückläufig. Besonders betroffen ist die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen.

In Zeiten der Corona-Pandemie ist die hessische Industrie mit großen Herausforderungen konfrontiert: Vorrübergehende Betriebsschließungen und Produktionsstillstände, unterbrochene Lieferketten und Kurzarbeit sorgten in den vergangenen Monaten für hohe Umsatzverluste und weniger Auftragseingänge.

Der starke Beschäftigungsabbau ist allerdings nicht allein auf die Folgen der COVID-19-Pandemie zurückzuführen. Laut Zahlen des Hessischen Statistischen Landesamts ist das Beschäftigungsniveau bereits seit Juni 2019 im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat rückläufig. Das heißt, es waren seit Juni 2019 in jedem Monat insgesamt weniger Personen in der Industrie tätig als im selben Monat des Vorjahres. Während im Juni 2018 insgesamt noch über 372 400 Personen in der hessischen Industrie tätig waren, sank das Beschäftigungsniveau im Juni 2019 auf etwa 370 700 und im Juni 2020 auf rund 359 900 tätige Personen.

Auch in den Folgemonaten reduzierte sich die Anzahl der tätigen Personen im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat weiter. Im September 2020 waren über 362 200 Personen in der hessischen Industrie beschäftigt. Damit stieg die Beschäftigungszahl absolut gesehen zwischen Juni und September 2020 leicht an, im Vergleich zu September 2019 lässt sich dennoch ein Rückgang um minus 2,9 Prozent feststellen.

Besonders betroffen vom Beschäftigungsabbau zeigt sich die Branche „Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen“. Hier begann der negative Trend bereits im August 2018 und das Beschäftigungsniveau sank von über 53 200 (August 2017) auf knapp 47 300 (August 2020): Damit reduzierte sich die Zahl der tätigen Personen um 11,2 Prozent.
Im September 2020 gingen im Vergleich zu August 2020 mit knapp 47 500 Personen wieder etwas mehr Personen einer Tätigkeit in dieser Branche nach. Gegenüber September 2019 bedeutet dies dennoch einen Rückgang der Beschäftigtenzahlen um 6,8 Prozent.

Die „Herstellung von Metallerzeugnissen“ meldet seit Mai 2019 sinkende Beschäftigtenzahlen gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat. Während im Mai 2018 über 29 200 Personen in dieser Branche tätig waren, sank die Zahl im Mai 2019 auf 29 100 und im Mai 2020 auf 27 900. Insgesamt reduzierte sich das Beschäftigungsniveau von Mai 2018 auf Mai 2020 damit um 4,5 Prozent.
Dieser Negativtrend setzte sich in den Folgemonaten im Vergleich zum Vorjahresmonat fort. Im September 2020 waren rund 27 700 Personen in der Herstellung von Metallerzeugnissen tätig (minus 6,2 Prozent gegenüber September 2019).

Die Beschäftigtenzahl in der Branche „Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren“ ist seit Juni 2019 gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat rückläufig. Die Zahl der tätigen Personen fiel von knapp 32 800 (Juni 2018) auf knapp 31 000 (Juni 2020) und somit insgesamt um 5,4 Prozent. Im September 2020 waren mit 30 700 noch weniger Personen in dieser Branche beschäftigt (minus 6,1 Prozent gegenüber September 2019).

Hinweis:
Alle Werte beziehen sich auf Betriebe mit mindestens 50 tätigen Personen.
Basis der vorliegenden Untersuchung sind die prozentualen Veränderungsraten eines bestimmten Monats gegenüber dem jeweiligen Vorjahesmonat. Beispiel: Der Wert für September 2020 entspricht der prozentualen Veränderung von September 2019 zu September 2020. Der Wert für September 2019 entspricht der Veränderung zwischen September 2019 und September 2018 usw.

Auskünfte erteilt:
Kontakt: Jana Salehian
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