Zahl der erzieherischen Hilfen gesunken

Im Jahr 2020 sind in Hessen knapp 60 200 Hilfen zur Erziehung und gut 10 900 Hilfen zur Eingliederung seelisch behinderter junger Menschen geleistet worden. Das waren zusammen gut 5 Prozent bzw. 3 900 Hilfen weniger als 2019. Wegen der Corona-Pandemie sank insbesondere die Zahl der Erziehungsberatungen vor Ort.

Aktuelle Zahlen der hessischen Sozialstatistik legen nahe, dass sich die Corona-Pandemie im Jahr 2020 auf die Leistung erzieherischer Hilfen ausgewirkt hat: Insgesamt gab es 3 900 (5 Prozent) weniger Hilfen als 2019. Aufgrund der Corona-Einschränkungen konnten im vergangenen Jahr vor allem weniger Erziehungsberatungen vor Ort angeboten werden.

Hilfeformen

Die häufigste Form der erzieherischen Hilfe war 2020 mit 41 Prozent die Erziehungsberatung. Danach folgten die Erziehung in Heimen und sonstigen betreuten Wohnformen (12 Prozent) sowie die sozialpädagogische Familienhilfe (11 Prozent). Auf die Vollzeitpflege entfielen 7 Prozent, alle anderen Hilfeformen spielten eine untergeordnete Rolle.
Die Eingliederungshilfe für seelisch behinderte bzw. von seelischer Behinderung bedrohte junge Menschen machte 15 Prozent aller Hilfen aus.

Gegenüber 2019 hat vor allem die Zahl der Heimerziehung und Erziehungsberatung abgenommen. Sie sank um 12 Prozent (Heimerziehung) bzw. um 11 Prozent (Erziehungsberatung). Im Vergleich zum Vorjahr gab es 2020 insgesamt 3 600 Erziehungsberatungen weniger. Es ist anzunehmen, dass diese deutliche Abnahme zumindest in weiten Teilen auf die Corona-Pandemie zurückzuführen ist: Wegen der Kontaktbeschränkungen konnten weniger Beratungen vor Ort angeboten werden, rein telefonische Beratungen werden in der Statistik nicht erfasst.
Die Eingliederungshilfe für seelisch behinderte bzw. von seelischer Behinderung bedrohte junge Menschen nahm im Jahr 2020 dagegen um 12 Prozent zu.

Transferleistungen und Situation in der Herkunftsfamilie

35 Prozent der Familien, die eine erzieherische Hilfe oder Eingliederungshilfe bekamen, bezogen Transferleistungen wie Hartz IV. Der Anteil der Familien mit Transferleistungen war umso höher, je stärker der Eingriff in das Leben des jungen Menschen bzw. der Familie war. So erhielten 81 Prozent der Familien, deren Kinder in Vollzeitpflege unterbracht waren, Transferleistungen. Von denjenigen Familien die eine weniger eingriffsintensive Erziehungsberatung in Anspruch nahmen, erhielt jede 8. Transferleistungen.

Die Zahl der erzieherischen Hilfen unterschied sich 2020 je nach Situation in der Herkunftsfamilie: 56 Prozent der Betroffenen kamen aus Familien mit Alleinerziehenden oder einem Elternteil mit neuer Partnerin oder neuem Partner. 37 Prozent kamen aus Familien mit zusammenlebenden Eltern. Bei den übrigen 7 Prozent waren die Eltern verstorben oder die Situation unbekannt.

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Auskünfte erteilt:
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