Inflationsrate in Hessen liegt im Januar 2022 bei 5,6 Prozent

Die Verbraucherpreise in Hessen sind im Januar 2022 um 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Wie bereits in den vergangenen Monaten ist die Inflationsrate von starken Preiserhöhungen für Energieprodukte geprägt. Neben Heizöl und Kraftstoffen verteuerten sich im Januar 2022 besonders Erdgas und Strom. Ohne Berücksichtigung der gesamten Energie stiegen die Verbraucherpreise im Januar 2022 in Hessen um 3,0 Prozent gegenüber Januar 2021.

Im Januar 2022 lag die Inflationsrate – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex zum Vorjahresmonat – in Hessen bei 5,6 Prozent. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, hatte die Inflationsrate im Dezember bei 5,4 Prozent und im November bei 5,3 Prozent gelegen.

Die Senkung der Mehrwertsteuersätze vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2020 und die geringen Preise für Mineralölprodukte im Jahr 2020 hatten im zweiten Halbjahr 2021 zu einem größeren Abstand zwischen den Preisen der Jahre 2020 und 2021 geführt, sodass die Teuerungsraten 2021 entsprechend hoch ausfielen. Diese sogenannten Basiseffekte entfallen ab Januar 2022. Im Jahr 2022 kommen allerdings neue Einflüsse hinzu, die ebenfalls einen spürbaren Effekt auf die Inflationsrate haben: Neben der erhöhten CO2-Abgabe wirken auch die starken Preisanstiege für Erdgas und Strom aktuell inflationstreibend.

Im Vergleich zum Dezember 2021 erhöhte sich das Niveau der Verbraucherpreise im Januar 2022 um 0,8 Prozent. Auch diese Preisentwicklung ist von steigenden Preisen für Erdgas und Strom geprägt. Bekleidung war dagegen im Januar 2022 um 4,3 Prozent günstiger als im Dezember 2021.

Preise für Energie

Energie verteuerte sich im Januar 2022 durchschnittlich um 11,8 Prozent im Vergleich zum Dezember 2021. Die Preise für Erdgas stiegen gegenüber dem Vormonat um 48,9 Prozent. Auch für Heizöl (plus 7,9 Prozent) und Kraftstoffe (plus 3,6 Prozent) mussten Verbraucherinnen und Verbraucher im Januar 2022 mehr bezahlen. Dieser Preisanstieg ist neben der allgemeinen Marktentwicklung unter anderem auch von der Erhöhung der CO2-Abgabe beeinflusst. Die CO2-Abgabe wurde als Teil des sogenannten Klimapakets der damaligen Bundesregierung im Januar 2021 eingeführt und ab 1. Januar 2022 um 20 Prozent von 25 Euro auf 30 Euro pro Tonne angehoben. Im Bereich der Strompreise ist zum 1. Januar 2022 zwar die sogenannte EEG-Umlage (staatliche Umlage zur Förderung der Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz) von 6,5 Cent auf 3,7 Cent pro Kilowattstunde gesenkt worden, die sonstige Entwicklung auf dem Strommarkt und gestiegene Netzgebühren führten allerdings dazu, dass Strom für den Endverbrauch im Januar 2022 um 12,2 Prozent teurer war als im Vormonat.

Im Vorjahresvergleich stiegen die Preise für Energie im Januar 2022 durchschnittlich um 28,7 Prozent. Erdgas kostete für Endkundinnen und -kunden 77,4 Prozent mehr als im Januar 2021. Die Preise für Heizöl (plus 52,6 Prozent) und Kraftstoffe (plus 25,5 Prozent) sind gegenüber dem Vorjahresmonat ebenfalls deutlich gestiegen. Auch Strom (plus 18,9 Prozent) war im Januar 2022 erheblich teurer als im Januar des Vorjahres.

Ohne Berücksichtigung der Mineralölprodukte hätte die Inflationsrate im Januar 2022 in Hessen bei 4,5 Prozent gelegen. Ohne Berücksichtigung der gesamten Energie stiegen die Verbraucherpreise im Januar 2022 in Hessen um 3,0 Prozent gegenüber Januar 2021. Im Dezember 2021 hatte dieser Wert bei 3,7 Prozent gelegen.

Preise für Nahrungsmittel

Die Nahrungsmittelpreise stiegen im Januar um 1,3 Prozent gegenüber Dezember 2021. Teurer im Vergleich zum Vormonat waren insbesondere Gemüse (plus 6,1 Prozent) sowie Speisefette und -öle (plus 3,6 Prozent). Auch die Preise für Obst (plus 1,6 Prozent) sowie Fleisch und Fleischwaren (plus 0,3 Prozent) erhöhten sich gegenüber dem Vormonat.

Gegenüber Januar 2021 erhöhten sich die Preise für Nahrungsmittel im Januar 2022 um 5,1 Prozent. Überdurchschnittlich teurer waren Speisefette und -öle (plus 18,7 Prozent), darunter Butter (plus 21,3 Prozent). Mehr als im Januar 2021 zahlten Verbraucherinnen und Verbraucher auch für Eier (12,5 Prozent), Gemüse (plus 8,5 Prozent) sowie Fleisch und Fleischwaren (plus 5,5 Prozent). Molkereiprodukte kosteten 4,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Teurer waren ebenfalls Obst (plus 3,0 Prozent) sowie Brot und Getreideerzeugnisse (plus 2,5 Prozent)

Preise für Waren

Die Preise für Waren insgesamt nahmen im Januar 2022 gegenüber Dezember 2021 um 3,0 Prozent und gegenüber Januar 2021 um 9,0 Prozent zu. Der Preisanstieg gegenüber dem Vorjahr ist von höheren Preisen für Verbrauchsgüter (plus 12,3 Prozent) bestimmt, zu denen auch die Energieprodukte zählen. Die Preise für Gebrauchsgüter stiegen im Januar 2022 um 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Deutlich teurer als im Januar 2021 waren beispielsweise Fahrräder (plus 8,7 Prozent) und Personenkraftwagen (plus 6,8 Prozent). Auch die Preise für Computer (plus 8,9 Prozent) und Mobiltelefone (plus 7,2 Prozent) stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat. Erzeugnisse für die Instandhaltung und Reparatur der Wohnung kosteten 7,0 Prozent mehr als im Januar vor einem Jahr.

Preise für Dienstleistungen

Das Niveau der Preise für Dienstleistungen (ohne Wohnungsmieten) lag im Januar 2022 um 1,6 Prozent unter dem Niveau des Vormonats und um 3,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Im Vergleich zum Januar 2021 verteuerten sich Wartungen und Reparaturen von Fahrzeugen um 4,8 Prozent. Auch die Preise für Gaststätten- und Kulturdienstleistungen (je plus 3,1 Prozent) erhöhten sich gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich. Die Preiserhöhung beim Briefporto zum Jahresbeginn 2022 führte zu einer Verteuerung für Briefdienstleistungen um 4,6 Prozent. Dagegen waren Telekommunikationsdienstleistungen um 1,0 Prozent günstiger. Auch für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen sanken die Preise im Januar 2021 um 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dies ist darauf zurückzuführen, dass pflegebedürftige Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen gemäß der vom Bundestag im Juni 2021 beschlossenen Pflegereform seit dem 1. Januar 2022 einen sogenannten Leistungszuschlag auf die Pflege- und die Ausbildungskosten erhalten und damit finanziell entlastet werden.

Die Wohnungsmieten (Nettokaltmieten) lagen im Januar 2022 um 0,2 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Im Vergleich zum Januar 2021 mussten Mieterinnen und Mieter 1,5 Prozent mehr bezahlen.

Hinweise:

Die exakte Auswirkung bestimmter Einflussfaktoren (Basiseffekte, CO2-Abgabe, EEG-Umlage etc.) auf die Inflationsrate ist nicht separat quantifizierbar, da die Entwicklung der einzelnen Preise grundsätzlich auch von vielen anderen Einflussfaktoren wie zum Beispiel von der Nachfrage bzw. Verfügbarkeit bestimmt ist.

Durch die Corona-Pandemie ergaben sich im Januar 2022 nahezu keine Einschränkungen bei der Preiserhebung.

Aktuelle Tabellen zum Verbraucherpreisindex finden Sie auf unserer Fachseite.

Die Ergebnisse gelten bis zur Veröffentlichung des Statistischen Berichts als vorläufig.

Auskünfte erteilt:
Ansprechpartner: Markus Stahl
Telefon: 0611 3802-635
E-Mail: preise@statistik.hessen.de