Vollstationäre Versorgung im Jahr 2020 erheblich durch COVID-19 beeinflusst

Aktuelle Ergebnisse der fallpauschalenbezogenen Krankenhausstatistik (DRG-Statistik) zeigen, wie stark sich die Corona-Pandemie im Jahr 2020 auf die vollstationäre Versorgung in Hessen ausgewirkt hat: In den allgemeinen Krankenhäusern sank die Zahl der vollstationär behandelten Patientinnen und Patienten in fast allen Fachabteilungen deutlich. Mit einer nachgewiesenen COVID-19-Infektion wurden 14 200 Hessinnen und Hessen vollstationär behandelt. Zwei Drittel von ihnen waren 60 Jahre oder älter.

Die Corona-Pandemie hat die vollstationäre Versorgung in Hessen im Jahr 2020 erheblich beeinflusst. Gegenüber dem Vorjahr nahm die Zahl vollstationär behandelter Patientinnen und Patienten in hessischen allgemeinen Krankenhäusern um 180 400 Fälle oder 12,5 Prozent ab. Dies berichtet das Hessische Statistische Landesamt nach ersten Ergebnissen der fallpauschalenbezogenen Krankenhausstatistik (DRG-Statistik) 2020.

Rückgang in fast allen Fachabteilungen

Nahezu jede Fachabteilung war von rückläufigen Fallzahlen betroffen. Die stärkste absolute Abnahme verzeichnete die Innere Medizin mit einem Minus von 56 900 vollstationären Fällen (13,2 Prozent). In der Allgemeinen Chirurgie lag die Fallzahl um 37 400 (15,6 Prozent) niedriger als im Vorjahr. In der Fachabteilung Frauenheilkunde und Geburtshilfe gab es 12 000 Patientinnen (7,7 Prozent) weniger. Den höchsten prozentualen Rückgang meldete die
Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde: Hier nahmen die Fallzahlen um 23,0 Prozent ab, was 9 000 Personen entsprach.

Lediglich in der Nephrologie, der Neonatologie und der Nuklearmedizin stiegen die Fallzahlen – bei verhältnismäßig geringer Grundgesamtheit – leicht an. In der Orthopädie (einschließlich der Fachabteilung Orthopädie und Unfallchirurgie) blieb die Anzahl der vollstationär behandelten Patientinnen und Patienten im Vorjahresvergleich konstant.
Es ist anzunehmen, dass die deutliche Abnahme der Fallzahlen zumindest in weiten Teilen auf die Corona-Pandemie zurückzuführen ist: Planbare und nicht akute Behandlungen wurden aufgrund der Pandemie-Lage ausgesetzt oder verschoben.

COVID-19-Infektionen

Mit der Diagnose einer gesicherten COVID-19-Infektion wurden 14 200 hessische Bürgerinnen und Bürger vollstationär behandelt, davon 7 600 Männer und 6 600 Frauen. Dies entspricht einem Anteil von 0,2 Prozent an der hessischen Gesamtbevölkerung.
Lediglich rund 900 oder 6,2 Prozent dieser Patientinnen oder Patienten waren jünger als 30 Jahre. Dagegen waren fast zwei Drittel 60 Jahre oder älter: In der Altersgruppe der 60- bis 79-Jährigen gab es mit 5 000 Erkrankten die meisten Fälle. Sie machten 34,9 Prozent aller Patientinnen und Patienten aus, die mit oder wegen einer COVID-19-Infektion im Jahr 2020 vollstationär in den allgemeinen Krankenhäusern in Deutschland behandelt wurden. Knapp 4 400 Menschen (30,6 Prozent) waren 80 Jahre oder älter. Die übrigen 4 000 Patientinnen und Patienten (28,2 Prozent) mit einer COVID-19 Diagnose waren zwischen 30 und 59 Jahre alt.

Starker Anstieg der COVID-19-Fallzahlen zum Jahresende

Die meisten Behandlungen hessischer Patientinnen und Patienten mit oder wegen einer COVID-19-Infektion im Jahr 2020 wurden in den Monaten November (4 800 Fälle), Dezember (3 900 Fälle) und Oktober (2 300 Fälle) gezählt. In den Monaten Januar (kein Fall), Februar (15 Fälle), Juni (gut 100 Fälle) und Juli (knapp 200 Fälle) wurden die wenigsten Fallzahlen erfasst. Dabei ist zu beachten, dass die Zahl der in den späten Jahresmonaten wegen COVID-19 vollstationär behandelten Patientinnen und Patienten tatsächlich höher ist, da sich Behandlungszeiten naturgemäß auch über den Jahreswechsel erstrecken (sog. Überlieger). Da die Datengrundlage nur Entlassungen im Berichtsjahr umfasst, fließen diese Fälle erst im Folgejahr in die Statistik ein.

Offenbach mit dem höchsten Fallzahlen-Index

Gemessen an der jeweiligen jahresdurchschnittlichen Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner hatte die Stadt Offenbach am Main im Jahr 2020 hessenweit den höchsten Anteil vollstationärer Behandlungsfälle mit COVID-19 aufzuweisen. Er betrug 361 Fälle je 100 000 Einwohnerinnen bzw. Einwohner. Den zweithöchsten Fallzahlen-Index verzeichnete der Odenwaldkreis mit 318, gefolgt vom Main-Kinzig-Kreis mit 291 Fällen je 100 000 Einwohnerinnen bzw. Einwohner. Für den Lahn-Dill-Kreis wurde mit 137 der niedrigste Index erfasst. Auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet, wurden 226 von 100 000 hessischen Einwohnerinnen bzw. Einwohnern im Jahr 2020 mit gesicherter COVID-19-Diagnose vollstationär in allgemeinen Krankenhäusern behandelt.

Weitere Informationen finden Sie in unserer Tabelle „Vollstationäre hessische Patientinnen und Patienten mit der Diagnose ‚U07.1 G COVID-19, Virus nachgewiesen‘ in allgemeinen Krankenhäusern 2020 nach Wohnort“ sowie „Aus hessischen Krankenhäusern 2019 und 2020 entlassene vollstationäre Patientinnen und Patienten (einschl. Sterbe- und Stundenfälle) nach Fachabteilungen“.

Hinweis:

Die fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik (DRG-Statistik = Diagnosis Related Groups) weist neben soziodemographischen Merkmalen der Patientinnen und Patienten insbesondere die Erkrankungsart, Operationen und Prozeduren, Verweildauer, Fachabteilung sowie Art und Umfang der abgerechneten Fallpauschalen nach. Die Statistik umfasst alle Krankenhäuser, die ihre Leistungen nach dem DRG-Vergütungssystem abrechnen und dem Anwendungsbereich des § 1 KHEntgG unterliegen.

Die Zahlen zu den vollstationären Patientinnen und Patienten nach Fachabteilungen beziehen sich auf die hessischen Krankenhäuser, während sich die Zahl der vollstationären Patientinnen und Patienten mit der Diagnose ‚U07.1 G COVID-19, Virus nachgewiesen‘ ausschließlich auf hessische Bürgerinnen und Bürger bezieht, die in Hessen und im übrigen Deutschland in Krankenhäusern versorgt wurden.

Auskünfte erteilt:
Ansprechpartner: Markus Seese
Telefon: 0611 3802-207
E-Mail: gesundheitswesen@statistik.hessen.de