Zahl beantragter Verbraucherinsolvenzen steigt im Juni 2021

Die Insolvenzstatistik weist für Juni 2021 mit einem Plus von 43 Prozent einen deutlichen Anstieg der Verbraucherinsolvenzen im Vergleich zu Juni 2020 aus. Damit setzt sich der seit Februar 2021 zu beobachtende Trend einer Zunahme gegenüber dem Vorjahreszeitraum fort. Die Zahl beantragter Unternehmensinsolvenzen hingegen sinkt nach endgültigen Ergebnissen für Juni 2021 sowie nach vorläufigen Ergebnissen für Juli 2021 gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat

Unternehmensinsolvenzen

Für Juni 2021 weist die monatliche Insolvenzstatistik 88 beantragte Insolvenzverfahren von Unternehmen in Hessen aus. Damit ist ihre Zahl gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 25 Prozent zurückgegangen. Im Juni 2020 hatte das Hessische Statistische Landesamt (HSL) noch 117 beantragte Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Die Pflicht zur Insolvenzantragsstellung für durch die Corona-Pandemie betroffene Unternehmen war im Juni 2020 noch ausgesetzt. Seit Mai 2021 gilt diese Pflicht wieder vollumfänglich.

Von den 88 im Juni 2021 beantragten Unternehmensinsolvenzen eröffneten hessische Insolvenzgerichte 50 Verfahren und wiesen 38 mangels Masse ab. Die Summe der voraussichtlichen Forderungen belief sich auf fast 26 Millionen Euro.

Die meisten Insolvenzen wurden dabei in den Wirtschaftsbereichen Baugewerbe, Handel sowie Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen sowie in der Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen registriert. Zu den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen zählen u. a. die Gebäudebetreuung sowie der Garten- und Landschaftsbau. Insgesamt umfassen diese Wirtschaftsbereiche knapp die Hälfte aller Unternehmensinsolvenzen im Juni 2021 in Hessen.

Die vorläufigen Ergebnisse zeigen auch für Juli 2021 einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Mit 88 beantragten Verfahren sank die Zahl der Unternehmensinsolvenzen gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Juli 2020 hatte die Statistik noch 106 beantragte Unternehmensinsolvenzen ausgewiesen.

Verbraucherinsolvenzen

Bei den Verbraucherinsolvenzen zeigte sich hingegen im Juni 2021 ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Mit 452 beantragten Verfahren nahm die Zahl um 43 Prozent gegenüber Juni 2020 zu. Von diesen 452 Verfahren eröffneten hessische Insolvenzgerichte 441 Verfahren und wiesen 1 Verfahren mangels Masse ab. In 10 Fällen wurde ein Schuldenbereinigungsplan angenommen.

Die Ergebnisse für Juni 2021 bestätigen damit den seit Februar 2021 zu beobachtenden Trend einer deutlichen Zunahme von Verbraucherinsolvenzen im Vergleich zum jeweiligen Vorjahreswert. Für den Mai 2021 hatte das HSL doppelt so viele beantragte Verbraucherinsolvenzen wie im Vorjahresmonat ausgewiesen (siehe Pressemitteilung 115/2021).

Hinweise: Insolvenzverfahren werden mangels Masse abgewiesen, falls das Vermögen der Schuldnerin bzw. des Schuldners voraussichtlich nicht zur Deckung der Kosten des Insolvenzverfahrens ausreichen wird.

In einem Schuldenbereinigungsplan legt die Schuldnerin bzw. der Schuldner den Gläubigerinnen und Gläubigern ein Zahlungsangebot – und damit einen Vergleichsvorschlag – vor. Stimmen die Gläubigerinnen und Gläubiger mehrheitlich diesem Plan zu, kommt es nicht zu einem Insolvenzverfahren.

Methodische Anmerkungen: Die vorläufigen Ergebnisse zu den Unternehmensinsolvenzen für Juli 2021 basieren auf Daten, die das HSL zur Erfüllung europarechtlicher Lieferpflichten erstellt. Diese umfassen die vorläufige Anzahl an Unternehmensinsolvenzen nach Wirtschaftsabschnitten. Da diese Daten die endgültigen Ergebnisse tendenziell unterschätzen, werden sie um einen Korrekturfaktor ergänzt und somit vorläufige Ergebnisse zu den Unternehmensinsolvenzen ermittelt.

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Auskünfte erteilt:
Kontakt Dr. Benjamin Hampf
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