Zahl beantragter Verbraucherinsolvenzen verdoppelt sich im Mai 2021 gegenüber Mai 2020

Die Insolvenzstatistik weist für Mai 2021 eine Verdopplung der Verbraucherinsolvenzen im Vergleich zu Mai 2020 aus. Dies bestätigt den bereits seit Februar 2021 zu beobachtenden Trend einer deutlichen Zunahme der Verbraucherinsolvenzen gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahl beantragter Unternehmensinsolvenzen hingegen sinkt nach endgültigen Ergebnissen für Mai 2021 sowie nach vorläufigen Ergebnissen für Juni 2021 gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat.

Unternehmensinsolvenzen

Für Mai 2021 weist die monatliche Insolvenzstatistik 94 beantragte Insolvenzverfahren von Unternehmen in Hessen aus. Damit ist ihre Zahl gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 30 Prozent zurückgegangen. Im Mai 2020 hatte das Hessische Statistische Landesamt (HSL) noch 135 beantragte Unternehmensinsolvenzen gemeldet.

Von den 94 im Mai 2021 beantragten Unternehmensinsolvenzen eröffneten hessische Insolvenzgerichte 64 Verfahren und wiesen 30 mangels Masse ab. Die Summe der voraussichtlichen Forderungen belief sich dabei auf über 24 Millionen Euro.

Damit bestätigen die endgültigen Ergebnisse für den Monat Mai 2021 die vorläufigen Zahlen und einen Rückgang der Unternehmensinsolvenzen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (siehe Pressemitteilung 98/2021). Diese Entwicklung setzte sich laut vorläufiger Ergebnisse auch im Juni 2021 fort: Mit 85 beantragten Verfahren sank die Zahl der beantragten Unternehmensinsolvenzen deutlich gegenüber Juni 2020. Damals wies die Statistik trotz Aussetzung der Pflicht zur Insolvenzantragsstellung für durch die Corona-Pandemie betroffene Unternehmen noch 117 beantragte Unternehmensinsolvenzen aus. Seit Mai 2021 gilt die Pflicht zur Insolvenzantragsstellung für Unternehmen wieder vollumfänglich.

Verbraucherinsolvenzen

Bei den Verbraucherinsolvenzen zeigte sich hingegen im Mai 2021 ein starker Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Mit 429 beantragten Verfahren nahm die Zahl um 99 Prozent gegenüber Mai 2020 zu. Von diesen 429 Verfahren eröffneten hessische Insolvenzgerichte 419 Verfahren, in 10 Fällen wurde ein Schuldenbereinigungsplan angenommen.

Die Ergebnisse für Mai 2021 bestätigen damit den seit Februar 2021 zu beobachtenden Trend einer deutlichen Zunahme der Verbraucherinsolvenzen im Vergleich zum jeweiligen Vorjahreswert.

Hinweise:

Vom 01. März 2020 bis zum 30. September 2020 waren durch die Corona-Pandemie betroffene Unternehmen von der Pflicht zur Insolvenzantragsstellung befreit. Vom 01. Oktober 2020 bis zum 31. Dezember 2020 galt diese Befreiung nur noch für Unternehmen, die nicht zahlungsunfähig waren. Seit dem 1. Januar 2021 waren nur Unternehmen, bei denen die Auszahlung der seit dem 1. November 2020 vorgesehenen staatlichen Hilfeleistungen noch ausstand, von der Pflicht befreit. Diese Befreiung lief zum 30. April 2021 aus.

Insolvenzverfahren werden mangels Masse abgewiesen, falls das Vermögen der Schuldnerin bzw. des Schuldners voraussichtlich nicht zur Deckung der Kosten des Insolvenzverfahrens ausreichen wird.

In einem Schuldenbereinigungsplan legt die Schuldnerin bzw. der Schuldner den Gläubigerinnen und Gläubigern ein Zahlungsangebot – und damit einen Vergleichsvorschlag – vor. Stimmen die Gläubigerinnen und Gläubiger mehrheitlich diesem Plan zu, kommt es nicht zu einem Insolvenzverfahren.

Methodische Anmerkungen: Die vorläufigen Ergebnisse zu den Unternehmensinsolvenzen für Juni 2021 basieren auf Daten, die das HSL zur Erfüllung europarechtlicher Lieferpflichten erstellt. Diese umfassen die vorläufige Anzahl an Unternehmensinsolvenzen nach Wirtschaftsabschnitten. Da diese Daten die endgültigen Ergebnisse tendenziell unterschätzen, werden sie um einen Korrekturfaktor ergänzt und somit vorläufige Ergebnisse zu den Unternehmensinsolvenzen ermittelt.

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Auskünfte erteilt:
Kontakt Dr. Benjamin Hampf
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E-Mail: Benjamin.Hampf@statistik.hessen.de