Hessische Stromerzeugung 2019 erstmals zur Hälfte aus erneuerbaren Energien

Im Jahr 2019 machten erneuerbare Energieträger mit 50,6 Prozent zum ersten Mal über die Hälfte der Bruttostromerzeugung in Hessen aus. Windkraft leistete mit 50,8 Prozent den mit Abstand größten Beitrag zur erneuerbaren Stromerzeugung. Insgesamt betrug die hessische Bruttostromerzeugung 16,5 Milliarden Kilowattstunden.

Hessische Stromerzeugung wird zunehmend erneuerbar

Die hessische Bruttostromerzeugung hat im Jahr 2019 insgesamt 16,5 Milliarden Kilowattstunden betragen. Zum ersten Mal wurde über die Hälfte der Strommenge (50,6 Prozent) aus erneuerbaren Energieträgern gewonnen. Damit hat sich die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien seit dem Jahr 2000 fast verzehnfacht. Die größte Zunahme fand in den Energieträgern Windkraft und Photovoltaik statt, diese machten 2019 mit 50,8 Prozent bzw. 21,6 Prozent zusammen fast drei Viertel der hessischen Bruttostromerzeugung aus erneuerbaren Energien aus.

Ebenfalls steigend waren die Stromimporte aus benachbarten Bundesländern: Diese haben sich seit dem Jahr 1990 fast verdoppelt. 2019 lagen sie bei 20,9 Milliarden Kilowattstunden und deckten damit 56,0 Prozent des Bruttostromverbrauchs (Summe aus Erzeugung und Importen). Der hessische Bruttostromverbrauch betrug 2019 insgesamt 37,3 Milliarden Kilowattstunden, das waren 1,2 Milliarden Kilowattstunden mehr als im Vorjahr.

Endenergieverbrauch hat langfristig zugenommen

Der hessische Endenergieverbrauch betrug 2019 insgesamt 808,8 Petajoule. Im Vergleich zum Vorjahr stieg er damit um 10,5 Petajoule bzw. 1,3 Prozent. Der größte Teil des Endenergieverbrauchs entfiel 2019 auf den Verkehrssektor (48,4 Prozent), der durch den internationalen Flughafen Frankfurt am Main geprägt wird. Der Endenergieverbrauch zeigte in den letzten Jahren eine steigende Tendenz, die fast ausschließlich auf eine Zunahme des Luftverkehrs bis zum Jahr 2019 zurückzuführen ist.

Hinweise:

Unter Bruttostromerzeugung versteht man die gesamte in Stromerzeugungsanlagen erzeugte elektrische Arbeit. Darin ist auch der elektrische Eigenbedarf des Kraftwerks enthalten.

Der Bruttostromverbrauch ist die gesamte verbrauchte elektrische Arbeit, dazu gehören die Bruttostromerzeugung sowie der Stromaustauschsaldo (Stromimporte minus Stromexporte). In Hessen ist der Stromaustauschsaldo überwiegend von Importen bestimmt.

Der Endenergieverbrauch ist die Summe aller Energieträger, mit denen unmittelbar Nutzenergie (z. B. Licht, Wärme oder Antriebsenergie) erzeugt wird.

1 Milliarde Kilowattstunden entsprechen 3,6 Petajoule.
Joule ist in der amtlichen Statistik die Standardeinheit für den Energieverbrauch. 1 Petajoule entspricht 1 Billiarde (10¹⁵) Joule. Wattstunde ist in der amtlichen Statistik die Standardeinheit für Strom.

Der Bericht „Daten zur Energiewirtschaft in Hessen“ bildet eine Datengrundlage, um den Fortschritt der Energiewende nachzuvollziehen. Er wird im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen angefertigt und basiert auf den Daten der amtlichen Energiestatistik sowie der hessischen Energie- und CO2-Bilanzen, die nach den Vorgaben des Länderarbeitskreises Energiebilanzen erstellt werden.

Weitere Zahlen und Informationen zum Thema Energiewirtschaft in Hessen erhalten Sie auf unserer Fachseite sowie in unseren Statistischen Berichten.

Auskünfte erteilt:
Kontakt: Sophia Schmidt-Rohr
Telefon: 0611 3802-517
E-Mail: energiebilanz@statistik.hessen.de