Inflationsrate in Hessen im Dezember 2020 bei minus 0,5 Prozent

Die Inflationsrate in Hessen ist auch im Dezember 2020 mit minus 0,5 Prozent im negativen Bereich geblieben. Trotz des Preisanstiegs für Heizöl und Kraftstoffe gegenüber November 2020 waren diese Mineralölprodukte im Dezember 2020 noch deutlich günstiger als im Dezember des Vorjahres. Die im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunkenen Energiepreise prägten neben der Mehrwertsteuersenkung auch im Dezember wesentlich die allgemeine Entwicklung der Verbraucherpreise.

Im Dezember 2020 lag das Niveau der Verbraucherpreise in Hessen um 0,5 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, hatte die Inflationsrate im November und Oktober noch etwas niedriger bei jeweils minus 0,6 Prozent gelegen.

Beeinflusst von steigenden Heizöl- und Kraftstoffpreisen sowie sinkenden Preisen für Bekleidungsartikel (minus 4,3 Prozent) stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum November 2020 im Dezember um durchschnittlich 0,6 Prozent.

Preise für Energie

Die Energiepreise stiegen im Dezember 2020 um 1,7 Prozent im Vergleich zum November 2020. Heizöl war im Dezember 22,2 Prozent und Kraftstoffe waren 2,6 Prozent teurer. Für Erdgas (minus 0,4 Prozent) und Strom (minus 0,5 Prozent) zahlten Verbraucherinnen und Verbraucher geringere Preise als im November.

Gegenüber Dezember 2019 sanken die Preise für Energie im Dezember 2020 um 7,1 Prozent. Trotz der zuletzt gestiegenen Preise waren Heizöl (minus 19,6 Prozent) und Kraftstoffe (minus 10,8 Prozent) auch im Dezember noch deutlich günstiger als im Vorjahresmonat. Auch die Preise für Erdgas (minus 5,1 Prozent) und Strom (minus 1,2 Prozent) waren geringer als im Dezember 2019.

Die im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunkenen Energiepreise dämpften die Inflation. Ohne Berücksichtigung der gesamten Energie hätte die Inflationsrate im Dezember 2020 in Hessen bei 0,3 Prozent gelegen.

Preise für Nahrungsmittel

Das Niveau der Nahrungsmittelpreise lag im Dezember 2020 um 0,1 Prozent unter dem Niveau von November 2020. Günstiger gegenüber dem Vormonat waren Speisefette und -öle (minus 1,2 Prozent), darunter Butter (minus 2,6 Prozent) sowie Gemüse (minus 0,7 Prozent) und Obst (minus 0,4 Prozent). Brot und Getreideerzeugnisse kosteten im Durchschnitt 0,3 Prozent mehr als im Vormonat.

Gegenüber Dezember 2019 waren Nahrungsmittel im Dezember 2020 0,4 Prozent günstiger. Binnen Jahresfrist wurden für Speisefette und -öle um 5,8 Prozent geringere Preise gezahlt, darunter sanken die Preise für Butter um 6,5 Prozent. Billiger als im Dezember 2019 waren auch Brot und Getreideerzeugnisse (minus 1,1 Prozent) sowie Gemüse (minus 0,4 Prozent). Im Bereich der Molkereiprodukte und Eier sanken die Preise um 0,4 Prozent. Teurer als ein Jahr zuvor waren Fleisch und Fleischwaren (plus 1,1 Prozent) sowie Obst (plus 0,1 Prozent).

Preise für Waren

Die Preise für Waren insgesamt blieben im Dezember 2020 gegenüber November 2020 unverändert. Im Vergleich zum Dezember 2019 kosteten Waren 2,4 Prozent weniger. Sowohl Verbrauchsgüter als auch Gebrauchsgüter waren 2,4 Prozent günstiger.

Einen deutlichen Preisrückgang gab es gegenüber dem Vorjahresmonat bei Bekleidungsartikeln (minus 7,1 Prozent) und bei Mobiltelefonen (minus 9,5 Prozent). Auch Geräte der Unterhaltungselektronik (minus 2,0 Prozent) waren günstiger, darunter besonders Fernsehgeräte, deren Preise um 8,7 Prozent sanken. Die Preise für Haushaltsgroßgeräte gingen gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Prozent zurück, die Preise für Personenkraftwagen um 0,5 Prozent. Für Tabakwaren (plus 4,0 Prozent) und Sportartikel (plus 3,0 Prozent) musste mehr gezahlt werden als im Dezember 2019.

Preise für Dienstleistungen

Das Niveau der Preise für Dienstleistungen (ohne Wohnungsmieten) lag im Dezember 2020 um 1,6 Prozent über dem Niveau des Vormonats und um 1,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Teurer als im Dezember 2019 waren Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (plus 4,5 Prozent) sowie die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (plus 2,0 Prozent). Preisrückgänge gab es binnen Jahresfrist zum Beispiel bei Telekommunikationsdienstleistungen um 3,3 Prozent.

Die Wohnungsmieten (Nettokaltmieten) lagen im Dezember um 0,1 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Im Vergleich zum Dezember 2019 mussten Mieterinnen und Mieter um 1,1 Prozent höhere Preise bezahlen.

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Hinweise

Aufgrund des Lockdowns in Folge der Corona-Pandemie war die Preiserhebung – wie schon im Frühjahr – in vielen Geschäften vor Ort seit dem 16. Dezember 2020 nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Bis zu diesem Zeitpunkt war allerdings ein Großteil der Preise bereits erhoben, sodass die Qualität der Gesamtergebnisse gewährleistet ist. Einige Dienstleistungen durften bereits seit November 2020 nicht angeboten werden, wie zum Beispiel Gaststättendienstleistungen, private Übernachtungen sowie verschiedene Sport-, Freizeit- und Erholungsdienstleistungen. Die Indizes und Veränderungsraten der betroffenen Positionen sind in den Tabellen und Grafiken mit Klammern versehen, wenn der Aussagewert aufgrund eines hohen Anteils imputierter Preise eingeschränkt ist. Dies ist dann der Fall, wenn der Anteil imputierter Preise für eine Position größer als 50 Prozent ist oder wenn mehr als 50 Prozent des Wägungsanteils einer Position auf Imputationen beruht. Imputationen liegen vor, wenn Preise nicht erhoben werden konnten und deshalb auf der Basis anderer geeigneter Verfahren ermittelt wurden. Nähere Informationen zu den Fortschreibungsverfahren finden Sie auf unserer Sonderseite.

Um der deutschen Wirtschaft neuen Schub zu geben, hatte der Bundesgesetzgeber die Mehrwertsteuer befristet vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2020 gesenkt. Der reguläre Steuersatz sank dabei von 19 auf 16 Prozent, der ermäßigte Steuersatz von 7 auf 5 Prozent. Händlern und Dienstleistern stand es frei, ob und wie sie die niedrigere Mehrwertsteuer an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergeben. So konnten sie zum Beispiel auch Rabatte an der Kasse gewähren, ohne die Preisauszeichnung für den Zeitraum von einem halben Jahr ändern zu müssen.

Die unterschiedlichen Vorgehensweisen von Händlern und Dienstleistern wurden bei der Preiserhebung berücksichtigt, sodass die Statistik der Verbraucherpreise in jedem Fall den tatsächlich von Verbraucherinnen und Verbrauchern zu zahlenden Preis erfasst. Die Auswirkung der Steuersenkung auf die Inflationsrate ist nicht separat quantifizierbar, da die Entwicklung der einzelnen Preise wie immer auch von vielen anderen Einflussfaktoren, wie zum Beispiel von der Nachfrage bzw. Verfügbarkeit, bestimmt ist. Die hier dargestellten Veränderungsraten geben somit keine Auskunft darüber, in welchem Umfang die Steuersenkung an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben wurde.

Nicht alle Waren und Dienstleistungen waren zudem von der Steuersenkung gleichermaßen betroffen. Rund 70 Prozent der im Warenkorb enthaltenen Güter sind mit dem regulären oder dem ermäßigten Steuersatz behaftet. Dagegen sind rund 30 Prozent der Güter von der Mehrwertsteuer befreit. So waren zum Beispiel Wohnungsmieten, die einen hohen Anteil an den Verbrauchsausgaben haben, nicht von der Steuersenkung betroffen.

Aktuelle Tabellen zum Verbraucherpreisindex finden Sie auf unserer Fachseite.

Die Ergebnisse gelten bis zur Veröffentlichung des Statistischen Berichts als vorläufig.

Auskünfte erteilt:
Ansprechpartner: Markus Stahl
Telefon: 0611 3802-635
E-Mail: preise@statistik.hessen.de