Inflationsrate steigt im Dezember auf 1,2 Prozent — Durchschnittliche Inflationsrate 2013 beträgt 1,3 Prozent

Das Niveau der Verbraucherpreise in Hessen lag im Dezember 2013 um 1,2 Prozent höher als vor einem Jahr. Im November 2013 belief sich die Inflationsrate auf 1,1 Prozent. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, ist die leichte Zunahme der Inflationsrate im Dezember gegenüber November 2013 u. a. auf stärker als saisonüblich gestiegene Preise für Gemüse (plus 10,9 Prozent gegenüber November 2013) und eine merklich nachlassende Wirkung sinkender Preise für Heizöl und Kraftstoffe auf die Inflationsrate zurückzuführen. Während im November 2013 Heizöl und Kraftstoffe 6,0 Prozent billiger waren als vor einem Jahr, waren es im Dezember 2013 nur noch 3,0 Prozent, d. h. die dämpfende Wirkung auf die Inflationsrate hat sich genau halbiert.

Binnen Monatsfrist stieg das mit dem Verbraucherpreisindex gemessene Preisniveau um 0,4 Prozent. Insbesondere für Pauschalreisen (plus 11,1 Prozent gegenüber November 2013), Gemüse (plus 10,9 Prozent) und Obst (3,7 Prozent), aber auch für Verbundfahrkarten (plus 1,7 Prozent) sowie Möbel und Einrichtungsgegenstände (plus 1,3 Prozent) zahlten die Verbraucher höhere Preise. Aufgrund des bevorstehenden Kollektionswechsels wurden Bekleidung und Schuhe schon mit Preisabschlägen verkauft (minus 3,3 Prozent gegenüber November 2013).

Das Preisniveau für Energie (Haushaltsenergie und Kraftstoffe) verharrte im Dezember auf dem Vormonatswert und lag 1,1 Prozent höher als im Dezember 2012. Dabei ging der Preis für Benzin zurück (minus 0,5 Prozent gegenüber November 2013), und die Preise für Diesel, Heizöl und Strom (jeweils plus 0,1 Prozent), Gas (plus 0,3 Prozent) sowie für Autogas (plus 4,2 Prozent) nahmen zu. Binnen Jahresfrist stiegen die Preise für Strom aufgrund der drastischen Preiserhöhungen zu Beginn dieses Jahres mit einem Plus von 10,8 Prozent deutlich. Billiger wurden Autogas (minus 7,2 Prozent gegenüber Dezember 2012), Heizöl (minus 5,4 Prozent), Diesel (minus 2,3 Prozent), Benzin (minus 2,0 Prozent) und Gas als Haushaltsenergie (minus 0,1 Prozent). Ohne Energie gerechnet lag die Inflationsrate im Dezember bei 1,2 Prozent (November 2013: plus 1,3 Prozent) und entsprach damit der allgemeinen Inflationsrate.

Der Anstieg des Preisniveaus für Nahrungsmittel (plus 1,4 Prozent gegenüber November 2013) ist durch höhere Preise für Gemüse (plus 10,9 Prozent) und Obst (plus 3,7 Prozent) geprägt. Ebenfalls teurer wurden Molkereiprodukte und Eier (plus 0,6 Prozent), Fisch sowie Brot und Getreideerzeugnisse (jeweils plus 0,1 Prozent). Für Speisefette und -öle (minus 1,6 Prozent) sowie Fleisch und Fleischwaren (minus 0,2 Prozent) sanken die Preise binnen Monatsfrist. Gegenüber Dezember 2012 verteuerten sich Nahrungsmittel insgesamt um 3,0 Prozent. Besonders deutlich stiegen binnen Jahresfrist die Preise für Speisefette und -öle (plus 9,6 Prozent), Molkereiprodukte und Eier (plus 8,0 Prozent), Obst (plus 4,5 Prozent), Fisch (plus 4,0 Prozent) sowie Gemüse (plus 3,6 Prozent). Brot und Getreideerzeugnisse verteuerten sich um 1,9 Prozent. Fleisch und Fleischwaren (minus 0,4 Prozent) wurden billiger.

Die Preise langlebiger Gebrauchsgüter lagen im Dezember 2013 um 1,0 Prozent unter dem Niveau von Dezember 2012. Deutlich billiger wurden insbesondere Produkte der Unterhaltungselektronik (minus 6,6 Prozent), darunter Fernsehgeräte (minus 18,5 Prozent), Laptops (minus 12,2 Prozent) und Digitalkameras (minus 8,0 Prozent). Auch bei Haushaltsgeräten setzte sich der Trend sinkender Preise (minus 0,7 Prozent) fort. Ebenfalls billiger wurden Schuhe (minus 4,1 Prozent).

Dienstleistungen (ohne Wohnungsmieten) verteuerten sich im Dezember binnen Jahresfrist durchschnittlich um 1,2 Prozent. Höhere Preise zahlten die Verbraucher u. a. für Verbundfahrkarten (plus 3,0 Prozent), den Besuch von Gaststätten (plus 2,8 Prozent) sowie Pauschalreisen (plus 1,9 Prozent). Die Wohnungsmieten, deren Gewicht im Verbraucherpreisindex gut ein Fünftel beträgt, lagen im Dezember 1,4 Prozent über dem Niveau des entsprechenden Vorjahresmonats.

 

Durchschnittliche Inflationsrate für das Jahr 2013

Im Durchschnitt der Monate Januar bis Dezember errechnet sich für das Jahr 2013 eine Inflationsrate von 1,3 Prozent. Im Jahr 2012 lag die durchschnittliche Inflationsrate bei 2,0 Prozent.

Der deutliche Rückgang der durchschnittlichen Inflationsrate im Jahre 2013 um 0,7 Prozentpunkte gegenüber 2012 ist vor allem auf sinkende Preise für Mineralölprodukte und Gas sowie die Abschaffung der Praxisgebühr im Gesundheitswesen zurückzuführen. Während Heizöl mit einer Jahresteuerungsrate von 8,2 Prozent im Jahr 2012 einen deutlich positiven Beitrag zur Inflationsrate 2012 leistete, dämpfte der Preisrückgang von 6,0 Prozent für Heizöl die Inflationsrate im Jahr 2013. Entsprechendes gilt für Kraftstoffe und Gas: Kraftstoffe verteuerten sich 2012 um 5,2 Prozent und trieben die Inflationsrate nach oben. Dagegen wurden Kraftstoffe 2013 um 3,3 Prozent billiger und wirkten dämpfend auf die Inflationsrate. Der Gaspreis stieg 2012 um 3,9 Prozent und sank 2013 um 0,6 Prozent. Zusammen genommen erklären die Preisänderungen dieser drei Energieprodukte 0,6 Prozentpunkte des Rückgangs der Inflationsrate im Jahr 2013 gegenüber 2012. Die Abschaffung der Praxisgebühr dämpfte die Inflationsrate 2013 um rund 0,2 Prozentpunkte. Dagegen trieben die drastischen Preiserhöhungen bei Strom die Inflationsrate 2013 um gut 0,2 Prozentpunkte nach oben.

Nahrungsmittel und alkoholfreie Geteränke verteuerten sich im Durchschnitt des Jahres 2013 mit einem Plus von 3,8 Prozent etwas stärker als 2012 (plus 3,6 Prozent). Die Teuerung für Bekleidung und Schuhe fiel 2013 (plus 1,3 Prozent) niedriger aus als 2012 (plus 2,1 Prozent). Bei den langlebigen Gebrauchsgütern beschleunigte sich der Trend sinkender Preise wieder etwas (2012: minus 1,1 Prozent; 2013: minus 1,5 Prozent). Dies gilt auch für die Produktgruppe mit dem stärksten Preisrückgängen in den vergangenen Jahren, nämlich der Unterhaltungselektronik (2012: minus 5,9  Prozent; 2013: minus 6,4 Prozent). Dagegen schwächte sich der Trend sinkender Preise bei der Nachrichtenübermittlung etwas ab (2012: minus 1,8  Prozent; 2013: minus 1,5 Prozent).

Die im Laufe des Jahres 2013 aufkommende Befürchtung, die Gefahr deflationärer Entwicklungen werde größer, wird zumindest von den Ergebnissen der Verbraucherpreisstatistik 2013 nicht bestätigt. Der deutliche Rückgang der Inflationsrate ist durch die hohe Volatilität der Energiepreise und durch einmalige Effekte wie die Abschaffung der Praxisgebühr bedingt.

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Ansprechpartner: Dr. Hans Herbert Krieg
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