Vererbte Bildung? Bildungswege von Kindern und ihren Eltern

In die Fußstapfen der Eltern treten oder eigene Wege einschlagen? Wir haben den Bildungsweg hessischer Kinder im Jahr 2019 mit der Bildungskarriere ihrer Eltern verglichen – mit interessanten Ergebnissen.

Im Jahr 2019 haben in Hessen insgesamt 641 700 ledige Kinder im Haushalt der eigenen Eltern gewohnt, die mindestens 15 Jahre alt und damit nicht mehr schulpflichtig waren. 31 Prozent von ihnen befanden sich in der allgemeinen schulischen Bildung, 22 Prozent in beruflicher Ausbildung und 16 Prozent in akademischer Bildung. 31 Prozent nahmen an keiner weiteren schulischen oder beruflichen Bildung mehr teil.

Wie aber verläuft der Bildungsweg der Kinder im Vergleich zur Bildungskarriere ihrer Eltern?

Kinder aus Akademikerhaushalten

78 Prozent aller Kinder, bei denen die Bezugsperson in der Familie einen akademischen Abschluss hatte, befanden sich noch in schulischer oder beruflicher Ausbildung. In Haushalten, in denen die Bezugsperson ein niedriges Bildungsniveau, d. h. keinen beruflichen Abschluss hatte, betrug dieser Anteil lediglich 61 Prozent.

Knapp ein Viertel aller Kinder aus Akademikerhaushalten ging ebenfalls einer akademischen Ausbildung nach, was dem höchsten Anteil an Studierenden unter den Vergleichsgruppen entsprach.

Bezugsperson ohne beruflichen Abschluss

Nur 9 Prozent der Kinder, die in Haushalten mit niedrigem Bildungsniveau lebten, befanden sich in akademischer Ausbildung. Dagegen gingen 39 Prozent keiner schulischen oder beruflichen Bildung nach, was wiederum den höchsten Anteil unter den Vergleichsgruppen ausmachte.

Die Grafik zeigt den Anteil der Kinder nach schulischer und beruflicher Ausbildung im Vergleich zum Bildungsniveau ihrer Eltern in Hessen im Jahr 2019

Hinweise:

Die Daten basieren auf Ergebnissen des Mikrozensus 2019. Der Mikrozensus ist eine jährliche 1%ige Stichprobenerhebung in Privathaushalten. Kinder sind im Mikrozensus definiert als ledige Personen, die im gemeinsam wirtschaftenden Haushalt mit mindestens einem Elternteil leben, ohne dabei eigene Kinder im Haushalt zu haben. Daher ist die Bezugsperson üblicherweise ein Elternteil. Die Festlegung einer Bezugsperson in der Familie erfolgt zu Auswertungszwecken. Bei Alleinerziehenden ist die Bezugsperson das alleinerziehende Elternteil, bei gemischtgeschlechtlichen Paaren der Mann und bei gleichgeschlechtlichen Paaren der/die ältere Partner/in. Im Vorliegenden werden nur Kinder ab 15 Jahren dargestellt, da in diesem Alter die Schulpflicht in Deutschland endet.

Bildungsniveau der Bezugsperson der Familie wurde nach ISCED-2011 (International Standard Classification of Education) in niedrig (höchstens Haupt- oder Realschulabschluss, ohne beruflichen Abschluss), mittel (Abitur/Fachhochschulreife oder berufsqualifizierender Abschluss) und hoch (akademischer Abschluss oder Meister-, Techniker- oder Fachschulabschluss) eingeordnet.

Weitere Ergebnisse des Mikrozensus 2019 finden Sie auf unserer Internetseite unter Haushalte und Erwerbstätigkeit (Mikrozensus).

Weitere Auskünfte erhalten Sie von Frau Valerie Steeb
Telefon: 0611 3802-345
E-Mail: mikrozensus@statistik.hessen.de