Die Zahl der Erwerbstätigen stieg 2019 noch in einem Großteil der hessischen Regionen

Die Erwerbstätigenzahl stieg 2019 im Vorjahresvergleich in 20 der 26 hessischen Regionen an. Die kreisfreie Stadt Frankfurt am Main verzeichnete den größten Zuwachs. Insgesamt war bereits 2019 eine nachlassende Dynamik am hessischen Arbeitsmarkt zu beobachten.

Wie das Hessische Statistische Landesamt nach vorläufigen Berechnungen des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ (AK ETR) mitteilt, stieg im Jahr 2019 die Zahl der Erwerbstätigen in den kreisfreien Städten und Landkreisen in Hessen um 0,9 Prozent auf 3 528 600. Die kreisfreie Stadt Frankfurt am Main verzeichnete mit 2,3 Prozent den größten Zuwachs. Es folgten der Main-Taunus-Kreis mit 2,1 Prozent und der Landkreis Limburg-Weilburg mit 1,5 Prozent. Den größten Rückgang verzeichnete der Hochtaunuskreis mit 1,1 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2018 stieg die Erwerbstätigenzahl gegenüber 2017 noch in 25 hessischen Regionen und die Zahl der Erwerbstätigen nahm in Hessen noch um 1,5 Prozent zu. Bereits vor der Corona-Krise war somit eine nachlassende Dynamik am hessischen Arbeitsmarkt zu beobachten.

Erwerbstätige in den Regierungsbezirken

Im Vergleich der drei Regierungsbezirke wies der Regierungsbezirk Darmstadt mit 1,0 Prozent die stärkste Zunahme der Erwerbstätigkeit auf, gefolgt von den Regierungsbezirken Kassel (0,6 Prozent) und Gießen (0,5 Prozent). Rund zwei Drittel oder 2 342 600 der hessischen Erwerbstätigen hatten 2019 ihren Arbeitsplatz im Regierungsbezirk Darmstadt. Allein in der Stadt Frankfurt am Main waren 739 500 Personen oder 21 Prozent aller Erwerbstätigen in Hessen beschäftigt. Dies waren mehr als jeweils in den Regierungsbezirken Kassel (658 800 Erwerbstätige oder 18,7 Prozent) und Gießen (527 200 oder 14,9 Prozent).

Erwerbstätige im Dienstleistungsbereich

In allen kreisfreien Städten und Landkreisen waren die Erwerbstätigen mehrheitlich im Dienstleistungsbereich tätig. Die Spanne der Anteile in den Regionen reichte von 62,0 Prozent im Landkreis Kassel bis 89,7 Prozent in Frankfurt am Main. Im Durchschnitt aller Regionen hatten 78,4 Prozent der Erwerbstätigen einen Arbeitsplatz im Dienstleistungsbereich.

Marginal Beschäftigte

In Hessen waren 2019 durchschnittlich 398 700 Erwerbstätige marginal beschäftigt. Dies waren 11,3 Prozent aller Erwerbstätigen. Zu den marginal Beschäftigten zählen Erwerbstätige, die ausschließlich einer geringfügig entlohnten oder kurzfristigen Beschäftigung nachgehen sowie Beschäftigte in Arbeitsgelegenheiten. Den regional höchsten Anteil der marginal Beschäftigten an den Erwerbstätigen insgesamt verzeichnete der Rheingau-Taunus-Kreis mit 16,3 Prozent. Die Stadt Frankfurt am Main wies mit 6,9 Prozent den mit Abstand geringsten Wert auf. Die Zahl der marginal Beschäftigten ist seit dem Jahr 2015 rückläufig.

Hinweis

Bei den hier vorgelegten Ergebnissen, die auf dem Rechenstand des Statistischen Bundesamts vom 18. August 2020 basieren, handelt es sich um Berechnungen des AK ETR, dem die Statistischen Ämter der Länder, das Statistische Bundesamt sowie der Deutsche Städtetag angehören. Neben der Erstveröffentlichung der Erwerbstätigenzahl des Jahres 2019 wurden auch die Jahre 2016 bis 2018 überarbeitet. Diese und weitere Ergebnisse zur Erwerbstätigkeit können Sie auch auf der Internetseite des AK ETR abrufen.

Die Darstellung der Erwerbstätigkeit erfolgt als durchschnittliche Größe. Die Angaben erfassen alle Erwerbstätigen, unabhängig von der Stellung im Beruf (Selbstständige und mithelfende Familienangehörige, Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer, Beamtinnen/Beamte) und unabhängig von der Arbeitszeit. Die obigen Angaben weisen die Zahlen nach dem sogenannten Inlandskonzept nach, d. h. am Arbeits- und nicht am Wohnort der Erwerbstätigen. Die Berechnungen folgen damit den Definitionen der International Labour Organization (ILO) und dem Europäischen System der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (ESVG) 2010.

Weitere Auskünfte erhalten Sie von Herrn Mario Tränkle

Telefon: 0611 3802-403

E-Mail: etr@statistik.hessen.de